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Panorama Rebeccas Mutter hält weiter zu Schwiegersohn – Spurenfund sei „logisch“
Nachrichten Panorama Rebeccas Mutter hält weiter zu Schwiegersohn – Spurenfund sei „logisch“
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09:01 06.03.2019
Kriminaltechniker der Berliner Polizei untersuchen das Haus der Schwester der verschwundenen 15-jährigen Rebecca. Quelle: dpa
Berlin

Mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden der 15-jährigen Rebecca aus Berlin hat die Polizei zwar einen Hauptverdächtigen, den Verbleib des Mädchens aber immer noch nicht geklärt. Die Ermittlungen gehen am Mittwoch weiter und konzentrieren sich auf den Schwager der Jugendlichen. In seinen Aussagen sollen immer mehr Unstimmigkeiten auftauchen. Seit Dienstag sitzt der 27-Jährige in Untersuchungshaft.

Laut „Bild“-Zeitung soll er Morgens Chat-Nachrichten geschrieben haben, als er nach seinen Angaben angeblich schon schlief. Er soll angegeben haben, dass er am Morgen von Rebeccas Verschwinden um 5.45 Uhr von einer Feier mit Arbeitskollegen nach Hause kam. Zu dem Zeitpunkt habe Rebecca im Wohnzimmer geschlafen.

Ihre Schwester Jessica verließ um 7 Uhr das Haus, soll den 27-Jährigen um 8 Uhr angerufen haben, um nach Rebecca zu sehen. Ihr Mann soll dem Bericht nach angegeben haben, bis zu diesem Zeitpunkt geschlafen zu haben. Doch wie die „Bild“ berichtet, sollen die Ermittler nun belegen können, dass er zwischen 5.45 Uhr und 8 Uhr WhatsApp-Nachrichten schrieb – in der Zeit, in der er geschlafen haben will.

Die Ermittler gehen mittlerweile von einem Tötungsdelikt aus. Die Schülerin lebend zu finden, gilt als unwahrscheinlich.

Rebeccas Mutter erklärt Fund von Haaren im Auto als „logisch“

Außerdem berichtet die Zeitung, dass im Kofferraum des Autos der Familie ihrer Schwester Haare von Rebecca und Faserspuren der Decke gefunden worden sein sollen, die mit dem Mädchen verschwand. Rebeccas Mutter hat dafür eine Erklärung. Gegenüber der „Bild“ sagte sie: „Dass frische Haare in dem Auto sind, ist logisch, weil Jessicas Tochter noch am Vortag mit Rebecca im Auto spielen wollte, als sie vom Spielplatz kam.“

Der Schwiegersohn habe der Familie sämtliche Indizien, die gegen ihn sprächen, „schlüssig und glaubhaft erklärt. Wir wussten sogar, dass er an dem Vormittag mit dem Auto unterwegs war, auch dafür gibt es eine glaubhafte Erklärung“, so die Mutter zu „Bild“. Und weiter: „Die Mordkommission hat bis heute nicht mit mir gesprochen.“

Auto soll auf der Autobahn Richtung Frankfurt/Oder erfasst worden sein

Ein neues Indiz im Fall Rebecca soll die Erfassung des Kennzeichens des pinken Twingo sein, den die Familie von Rebeccas Schwester fährt. Laut „Bild“ registrierte ein mobiles Kennzeichenerfassungssystem namens „KESY“, das die Brandenburger Polizei unter anderem einsetzt, um Autodiebe zu jagen, das Nummernschild des Twingos. Es soll demnach auf der Autobahn Richtung Frankfurt/Oder erfasst worden sein.

Der Verdächtige schweige zu den Vorwürfen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Nach Zeitungsberichten hatte er der Polizei versichert, er habe nichts mit dem Verschwinden Rebeccas zu tun.

Ermittler glauben nicht mehr, dass Rebecca lebend gefunden wird

„Die oberste Priorität ist es, Rebecca zu finden“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es gebe eine Menge Anhaltspunkte, aber dazu könne man aus ermittlungstaktischen Gründen nichts mitteilen. Ein Leichenfund könnte der Mordkommission mögliche Hinweise zum Täter liefern, etwa DNA-Spuren, Haare oder Fingerabdrücke. Doch mit jedem vergangenen Tag nach dem Tod eines Menschen wird die Arbeit der Spurensicherung schwieriger.

Auch der Einsatz von Suchhunden und einem Hubschrauber im Stadtteil Britz des Bezirks Neukölln führte bislang ebenso wenig zum Ziel wie die Veröffentlichung von Fotos und 348 allein bis Dienstag bei der Polizei eingegangene Hinweise.

Rebecca hatte in der Nacht zum 18. Februar in dem Einfamilienhaus der Familie ihrer Schwester in einer ruhigen Wohngegend übernachtet. In der Nacht oder am Morgen verschwand sie. Kurz darauf wurde ihr Handy dauerhaft abgeschaltet.

Chronologie der Ereignisse

18. Februar: Rebecca wird als vermisst gemeldet

21. Februar: Die Polizei veröffentlicht Fahndungsbilder

23. Februar:
Ermittler gehen von Verbrechen aus

26. Februar:
Rebeccas Familie bereitet ein Detail Kopfzerbrechen

28. Februar:
Der Schwager wird erstmals festgenommen

01. März:
Rebeccas Schwager wird aus U-Haft entlassen

04. März:
Erneuter Haftbefehl gegen Schwager

05. März:
Neue Beweise belasten Schwager schwer

Von RND/dpa/mat

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