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Panorama Schmerzensgeld für Schülerin – weil sie nicht zum Klo durfte
Nachrichten Panorama Schmerzensgeld für Schülerin – weil sie nicht zum Klo durfte
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17:41 28.01.2017
Dass ein Mädchen nicht zur Toilette gehen durfte, kommt einen Schulbezirk im kalifornischen San Diego teuer zu stehen: Er muss der jungen Frau 1,25 Millionen Dollar Schmerzensgeld zahlen. Quelle: dpa
Washington

Der Fall liegt schon fünf Jahre zurück. Das Mädchen war damals 14 Jahre alt und Schülerin der Patrick Henry High School in San Diego. Als sie einmal während des Unterrichts zur Toilette gehen wollte, wird sie von ihrer Lehrerin daran gehindert – weil die Schulregeln es nicht erlaubten, berichtet die „San Diego Union Tribune“. Das Mädchen habe deshalb in eine Abstellkammer im hinteren Teil des Klassenzimmers gehen und dort einen Eimer benutzen müssen. Den Urin sollte sie anschließend in ein Waschbecken schütten.

Fünf Jahre später verhandelte ein Gericht über den Fall von 2012. Wie die Nachrichtenagentur afp berichtete, schilderte die mittlerweile 19 Jahre alte Frau vor Gericht, wie demütigend sie das Pinkeln in den Eimer empfand. Sie leide noch heute unter der Erniedrigung und sei in psychologischer Behandlung.

Lehrerin kehrte nie wieder an die Schule zurück

Das Mädchen habe damals Angstattacken und Depressionen bekommen, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf die Verhandlung. Die Schülerin habe zwei Mal die Schule gewechselt und versucht, sich das Leben zu nehmen. Die Schule habe sich bei ihr entschuldigt und ihr Hilfe angeboten. Sie habe das aber abgelehnt.

Stattdessen muss der Schulbezirk von San Diego der jungen Frau nun 1,25 Millionen Dollar (etwa 1,16 Millionen Euro) Schmerzensgeld und 41.000 Dollar für Arztrechnungen bezahlen. „Das hätte einer 14 Jahre alten Teenagerin niemals passieren dürfen“, sagte ihr Anwalt Brian Watkins der Nachrichtenagentur afp. Seine Mandantin sei zufrieden mit dem Urteil. Die Regeln wurde nach dem Vorfall von damals geändert, wie der Anwalt des Mädchens berichtete.

Die Anwältin der Schulbehörde versuchte vor Gericht, das Verhalten der Lehrerin zu erklären: Sie habe nur die Regeln der Schule anwenden wollen. „In einem Anfall von Verirrung“ habe sie gedacht, „das sei eine gute Idee“, meinte die Anwältin. Die fragliche Lehrerin wurde direkt nach dem Vorfall beurlaubt. Sie kehrte nie wieder an die Schule zurück.

Von dpa/RND/wer

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