Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Panorama Schneechaos in den Alpen: Ist das wirklich ein Ausnahme-Winter?
Nachrichten Panorama Schneechaos in den Alpen: Ist das wirklich ein Ausnahme-Winter?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:41 15.01.2019
Der Winter hatte in den vergangenen Wochen Süddeutschland und Österreich fest im Griff. Quelle: dpa/Barbara Gindl/APA
Hannover

Er hat die Alpengebiete weiterhin fest im Griff: der Schnee. Allein in den vergangenen zwei Wochen ist in einigen Regionen in Bayern, Österreich und der Schweiz dreimal so viel Schnee gefallen wie sonst im gesamten Januar. Das hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien am Dienstagmorgen mitgeteilt. Die Folgen mancherorts sind verheerend, doch ist das tatsächlich ein Ausnahme-Winter?

Statistisch betrachtet gibt es Schneemassen dieser Art in Intervallen von rund 20 Jahren immer mal wieder. Lawinengefahren oder mancherorts überdurchschnittlich hoher Schneefall kommen ebenfalls vor – und das sogar jeden Winter. Am Montag zeigte sich Meteorologe und TV-Moderator Jörg Kachelmann mit Blick auf die journalistische Berichterstattung verständnislos und fasst die Situation in Süddeutschland und Österreich wie folgt zusammen: „Wir haben einfach mal wieder Winter.“

„Wir sprechen von einer extremen Wettersituation

Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst bezeichnet die Schneefälle der vergangenen zwei Wochen im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) als „außergewöhnlich“. „Wir blicken auf eine extreme Wettersituation für die Region am Alpennordrand“, so Friedrich. „Das beweisen auch die gemessenen Niederschlagsmengen. Je nach Region kann also durchaus von einem Ausnahme-Winter gesprochen werden.“

Niederschlagsmengen entwickeln sich rekordverdächtig

Denn fest steht: Der Alpennordrand verbucht in der ersten Januarhälfte eine deutlich höhere Niederschlagsmenge. So wurde auf der Zugspitze mit 423,1 Litern mehr als das Doppelte des normalen Niederschlags gemessen. Damit kratzt die Niederschlagsmenge am bisherigen Rekord aus dem Jahr 1968, in dem stolze 428,3 Liter gemessen wurden.

Und das ist nicht der einzige Rekord, für den der Schnee sorgt: „Wir haben schon jetzt an sechs Wetterstationen historische Niederschlagsrekorde“, so Andreas Friedrich. In Reit im Winkl, Kiefersfelden, Siegsdorf, Sigmarszell, Mittenwald sowie Holzkirchen seien die historischen Höchstwerte für Januar bereits jetzt übertroffen.

Schneehöhenrekorde wurden zudem im Gebiet südlich von München erreicht. In Holzkirchen wurde mit 82 Zentimeter Schnee schon jetzt der Winterrekord des Jahres 2006 gebrochen, während an der Station Oberhaching 58 Zentimeter Schnee gemessen wurden. Dort wurde der bisherige Höchstwert von 56 Zentimetern am 17. Februar 1942 erreicht.

In Kiefersfelden wurde mehr als das Dreifache des vieljährigen Durchschnittswerts an Niederschlägen verzeichnet. Zwischen 200 und mehr als 300 Liter Niederschlag - überwiegend in Form von Schnee - pro Quadratmeter wurden bis Dienstag an den Wetterstationen dieser Orte gemessen.

Deutscher Wetterdienst hebt Wetterwarnungen auf

Langsam scheint sich die Lage in den Schneeregionen Bayerns wieder zu entspannen: Am Dienstagmorgen hob der Deutsche Wetterdienst die Warnungen wegen extremen Schneefalls sowie Schneeverwehungen für die Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land vorzeitig auf.

Von RND/liz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit Ende Oktober fehlt von der norwegischen Millionärsgattin Anne-Elisabeth Falkevik Hagen jede Spur. Jetzt sucht die Familie öffentlich Kontakt zu den Entführern. Die hatten umgerechnet neun Millionen Euro für die Freilassung gefordert.

15.01.2019

Der Berliner Clanchef Arafat Abou-Chaker ist am Dienstag vor dem Gerichtssaal des Amtgerichts Tiergarten verhaftet worden. Angeblich geht es um Rachepläne an dem Rapper Bushido – mit dem hatte sich Abou-Chaker überworfen.

15.01.2019

Eine Frau landet im Privatjet auf dem Münchner Flughafen, doch dann ist erstmal Schluss mit Luxus: Die 25-Jährige kommt in Polizeigewahrsam – weil sie vor Jahren nicht für eine Fahrkarte gezahlt hatte.

15.01.2019