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Häftling täuscht Wärter mit Attrappe im Bett

Ausbruch aus der JVA Tegel Häftling täuscht Wärter mit Attrappe im Bett

Erst vor wenigen Wochen machte der spektakuläre Ausbruch von Gefangenen aus der JVA Plötzensee Schlagzeilen. Jetzt ist in Berlin erneut ein Häftling entkommen – mit einem ziemlich alten Trick.

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Aus der Berliner JVA Tegel ist ein Häftling entkommen.

Quelle: dpa

Berlin. Innerhalb von sechs Wochen ist in Berlin der zehnte Gefangene aus dem Strafvollzug geflüchtet. Am Donnerstagmorgen meldete die Justizverwaltung die Flucht eines Strafgefangenen aus dem Gefängnis Tegel. Das Außengelände der Haftanstalt wurde abgesucht, die Polizei leitete eine Fahndung ein.

Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) berichtete, der Mann habe die Umrisse eines Körpers unter der Bettdecke aus Kleidung, Toilettenpapier und Stoffresten sowie einer Mütze geformt. Bei der Zählung nach einer Freistunde habe er mit diesem Trick den Eindruck erweckt, dass er dort liege.

Nach Weihnachten waren vier Strafgefangene aus dem geschlossenen Teil der Anstalt Plötzensee ausgebrochen sowie fünf Männer aus dem offenen Vollzug entwichen. Die Strafgefangenen sind zurück, von der anderen Gruppe fehlt noch einer.

„Justizsenator ist hoffnungslos überfordert“

Die Fluchten hatten den Senator in Bedrängnis gebracht, nun dürfte es erneut Kritik geben.

Für die oppositionelle FDP-Fraktion teilte Marcel Luthe mit, der Justizsenator sei mit seinem Ressort „hoffnungslos überfordert“. Er sei nicht in der Lage, das Personal im Justizvollzug richtig einzusetzen. Der FDP-Politiker forderte erneut einen Untersuchungsausschuss zum Personalwesen in Polizei und Justiz.

Die oppositionelle CDU hatte schon die neun Fluchten nach Weihnachten als „einmaligen Skandal in der Rechtsgeschichte“ gewertet und den Rücktritt des Senators gefordert, was dieser ablehnte. Mögliche Versäumnisse und Sicherheitslücken werden jetzt von externen Experten untersucht. Die Fraktion kündigte am Donnerstag eine Stellungnahme zu der jüngsten Flucht nach den Äußerungen von Behrendt an.

Geflohener wegen räuberischer Erpressung verurteilt

Die vier Strafgefangenen in Plötzensee hatten sich mit Flex und Hammer über einen Lüftungsschaft den Weg in die Freiheit gebahnt. Zu der neuen Flucht wurden bislang keine Einzelheiten mitgeteilt. Nach Informationen aus Justizkreisen war der jetzt Geflohene zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen räuberischer Erpressung verurteilt.

Tegel ist eine alte Haftanstalt mit derzeit rund 930 Plätzen. Das Gefängnis zählt zu den bundesweit größten. Die ersten Häftlinge zogen 1898 in das damalige Königliche Strafgefängnis. Der Komplex wurde im Laufe der Jahre immer wieder erweitert. Die derzeit leerstehende Teilanstalt III soll bis 2021 saniert werden. Laut Justiz werden die Kosten auf mindestens 20 Millionen Euro geschätzt.

Von RND/dpa/sag

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