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Panorama Schütze von Toronto soll psychische Probleme gehabt haben
Nachrichten Panorama Schütze von Toronto soll psychische Probleme gehabt haben
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06:57 24.07.2018
Freunde gedenken nach den Schüssen in Toronto einer getöteten Freundin. Quelle: AP
Toronto

Nach den tödlichen Schüssen in Toronto hat die Polizei den Schützen identifiziert. Faisal H. soll ein zehnjähriges Mädchen und eine 18-jährige junge Erwachsene erschossen sowie 13 weitere Menschen verletzt haben, teilte die Polizei am Montag mit. Der 29-Jährige sei am Abend zuvor nach einem Schusswechsel mit der Polizei gestorben. Seine Familie erklärte, der mutmaßliche Schütze sei seit Jahren psychisch krank gewesen.

Zu dem Vorfall war es am Sonntagabend im belebten Viertel Greektown mit zahlreichen Cafés und Restaurants gekommen. Torontos Polizeichef Mark Saunders gab noch keine Details zum möglichen Motiv bekannt. Einen terroristischen Hintergrund schloss er zunächst nicht aus.

Videoaufnahmen zeigen die Tat

Videoaufnahmen eines Zeugen zeigten, wie ein Mann in schwarzer Kleidung und mit einem schwarzen Hut schnell auf dem Bürgersteig geht und drei Schüsse in mindestens ein Restaurant abfeuert. Die Polizei suchte nach weiteren Aufnahmen und rief Zeugen auf, sich zu melden.

Die 13 Verletzten waren zwischen zehn und 59 Jahre alt und erlitten leichte bis schwere Verletzungen, wie Polizeichef Saunders erklärte. Acht von ihnen seien Frauen und Mädchen. Das Krankenhaus St. Michael's teilte mit, fünf Patienten seien in kritischem Zustand eingeliefert worden. Drei von ihnen seien wegen Lebensgefahr sofort operiert worden.

Täter soll mit Psychosen und Depressionen gekämpft haben

Angehörige des mutmaßlichen Attentäters schilderten, sein Leben lang habe H. mit Psychosen und Depressionen gekämpft. Medikamente und Therapien hätten keine Erfolge gebracht. Ein so verheerendes und zerstörerisches Ende hätten sie sich aber nie für ihn vorstellen können, erklärten sie. Mit Blick auf die Opfer gaben die Angehörigen bekannt, ihre Herzen seien gebrochen.

Er sei in Gedanken bei allen Betroffenen, erklärte auch Ministerpräsident Justin Trudeau via Twitter. „Die Menschen in Toronto sind stark, widerstandsfähig und mutig - und wir werden da sein und euch in dieser schwierigen Zeit unterstützen“, schrieb er.

Anwohner John Tulloch berichtete nach der Tat, sein Bruder und er seien gerade aus ihrem Auto gestiegen, als er 20 bis 30 Schüsse gehört habe. „Wir sind nur weggerannt. Wir sahen, dass Leute rannten, also sind wir einfach gerannt.“ Die Besitzerin eines nahegelegen Tattoo-Studios, Tanya Wilson, sagte, eine Mutter und ihr Sohn seien mit Schussverletzungen an den Beinen in ihren Laden gerannt. Der Täter habe gesagt, die beiden sollten ihm um Himmels willen aus dem Weg gehen, dann habe er geschossen, gab Wilson die Erzählung der zwei wieder.

Todesumstände des Schützen noch unklar

Die Polizei fand den Täter nach eigenen Angaben ungefähr drei Häuserblocks vom Tatgeschehen entfernt und eröffnete das Feuer. Der Mann sei geflohen und auf der Danforth Avenue tot aufgefunden worden. Es war zunächst nicht klar, ob der Täter sich selbst erschoss oder durch die Polizeikugeln starb.

Nach einer Zunahme von Waffendelikten in jüngster Zeit hatte die Polizei in Toronto an diesem Wochenende Dutzende zusätzliche Beamte eingesetzt. Die Stadt habe ein Waffenproblem, sagte Bürgermeister John Tory. „Waffen sind zu einfach zugänglich für zu viele Menschen.“ Auch der Ministerpräsident der Provinz Ontario, Doug Ford, sagte, die Annahme, dass Toronto eine sichere Stadt sei, sei erschüttert.

Lastwagen raste vor drei Monaten in Menschenmenge

Vor drei Monaten war ein Lastwagen in eine Menschenmasse in Toronto gerast. Bei der Attacke, die sich mutmaßlich gegen Frauen richtete, verloren zehn Menschen ihr Leben.

Von RND/dpa