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Schwerverbrecher Feldhofer gesteht zahlreiche Raubüberfälle

Prozesse Schwerverbrecher Feldhofer gesteht zahlreiche Raubüberfälle

Ein Serientäter packt aus: Thomas Feldhofer, der lange als einer der meistgesuchten Verbrecher Deutschlands galt, hat vor dem Frankfurter Landgericht 19 schwere Straftaten zugegeben, darunter 16 Raubüberfälle.

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Der Schwerverbrecher Thomas Feldhofer im Hochsicherheitssaal des Landgerichts in Frankfurt am Main.

Quelle: Boris Roessler/Archiv

Frankfurt/Main. Der 47-Jährige berichtete ausführlich und in sachlichem Tonfall, wie ihn von Spielsucht und Alkoholexzessen verursachte Geldnot dazu getrieben habe, quer durch die Republik zu fahren und Überfälle zu begehen.

Dabei bedrohte er seine Opfer stets mit einer echt aussehenden Schreckschusspistole und brachte so auch einen besetzten Linienbus und mindestens vier Autos in seine Gewalt. "Ich wollte mobil sein", erklärte er am zweiten Verhandlungstag. Die Tatorte wählte der gelernte Elektroinstallateur aus Krefeld nach eigenen Angaben zufällig aus. Insgesamt erbeutete er etwa 15 000 bis 20 000 Euro.

Für die angeklagte Überfallserie von August 2011 bis zur Festnahme im Februar 2012 drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft. Von 2001 bis 2008 hatte er bereits wegen einer Serie von acht Banküberfällen im Gefängnis gesessen und war dann auf Bewährung freigekommen.

Als Grund für den Rückfall im Sommer 2011 nannte Feldhofer am Mittwoch Alkohol- und Spielsucht sowie Schulden. Er habe bis Ende 2010 bei einer Zeitarbeitsfirma als Elektroinstallateur gearbeitet und sei abends mit Kollegen ab und zu in eine Kneipe gegangen. "Da habe ich wieder mit dem Spielen am Automaten angefangen", sagte er. Dann habe er - wie vor seiner ersten Bankraubserie - auch wieder angefangen so viel zu trinken, dass er morgens nicht aus dem Bett und zur Arbeit gekommen sei.

Die Beziehung zu seiner damaligen Freundin sei deshalb kaputtgegangen, zugleich sei er immer tiefer in Schulden geraten, berichtete Feldhofer sachlich. Schließlich wurde ihm der Strom abgestellt und die Wohnung gekündigt. "Ich hab die Perspektive verloren. Das war katastrophenmäßig." Anfang August habe er dann die Schreckschusspistole und Pfefferspray in Osnabrück gekauft und erstmals daran gedacht, sich wieder Geld mit Banküberfällen zu besorgen.

Ohne große Vorbereitung habe er wenige Tage später eine Sparkasse im nordrhein-westfälischen Voerde überfallen, aber nur rund 860 Euro erbeutet. Das Geld war bald wieder weg. So habe er aus Geldnot die zweite Tat begangen und im September eine Tankstelle in Krefeld überfallen. Rund zwei Stunden schilderte Feldhofer anschließend im Gespräch mit dem Vorsitzenden Richter, wie er im Teufelskreis aus Alkohol und Spielautomaten immer wieder nur den einen Ausweg sah: mit Überfällen irgendwo in Deutschland an neues Geld zu kommen. Sein Besitz bestand bald nur noch aus seinem Rucksack, der Waffe und dem jeweiligen Auto. Wenn er Geld hatte, übernachtete er im Hotel, sonst im Auto unter Brücken oder im Wald.

Die Entführung des Linienbusses am Kronberger S-Bahnhof nach einem Gerangel mit der Polizei schilderte Feldhofer ebenfalls als Zufall. "Ich wollte nur weg, und das einzige was da stand, war der Bus." Deshalb sei er ja auch schon bald wieder ausgestiegen und habe seine Flucht mit einem geraubten Auto fortgesetzt. Dass er den sieben Fahrgästen vorher noch 300 Euro abnahm, begründete er damit, dass er wieder kein Geld mehr hatte.

dpa

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