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Panorama Textiler Tuschkastenunfall: Batik ist wieder da
Nachrichten Panorama Textiler Tuschkastenunfall: Batik ist wieder da
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15:00 09.03.2019
Model Kaia Gerber in Batikoberteilen des Labels R13. Quelle: Dimitrios Kambouris/Getty
Hannover

Festivalmode füllt seit einiger Zeit schon eine eigene Sparte im Onlineversandhandel. Doch was sich dort findet, gleicht oft eher dem Inhalt einer Mottenkiste, die sich allenfalls für eine Siebzigerjahreparty zu plündern lohnt: Minikleider mit schreienden Mustern, Fransenhosen, Häkel- und Batiktops sollen „pure Lebensfreude“ (Zalando) beschwören oder einen „Wohlfühllook“ garantieren. Denn nur damit, so ist man sich bei Bonprix sicher, lasse sich das Festival in vollen Zügen genießen. Die Bands sind offenbar Nebensache.

Und in der Tat: Wer weiß schon noch, wer beim vermeintlich coolsten Freiluftkonzertwochenende der Welt, dem Coachella Festival in Kalifornien, im vergangenen Jahr auf der Bühne stand? Kaum jemand, der nicht dort war. Aber dank Instagram und Co. hat sich ins kollektive Trendgedächtnis eingebrannt, dass ein angesagtes Festivaloutfit nichts mehr mit Hippiestyle zu tun hat, sondern den Neunziger- und den Nullerjahren huldigt.

Batik überall – von H&M bis zu Prada

Das vorzugsweise prominente Publikum von Bella Hadid bis zum Kardashian-Clan tanzte, klatschte und jubelte in Baggypants, knappen Tops und Plateauschuhen. Und Coachella macht nun mal Mode: „Nirgendwo spielt das Aussehen eine solche Rolle wie hier“, resümierte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Doch offenbar ist der Einfluss begrenzt. Denn hierzulande wird hartnäckig am Hippielook fürs sommerliche Schaulaufen bei Großveranstaltungen festgehalten. Zumal Batik die T-Shirt-Kollektionen nicht nur von H&M bis Zara, sondern auch von Labels wie Stella McCartney und Prada bestimmt.

Die Designer werten das, was aussieht wie ein Tuschkastenunfall, immerhin mit Schmucksteinen und Spitzendetails auf. Damit sind die Shirts aber noch weniger authentisch als die Originale und die Idee, die einst dahintersteckte.

Textilgewordener LSD-Trip

Batik (manche Labels werben auch mit dem englischen Begriff Tie-dye) wurde erstmals in den Sechzigerjahren in den USA populär – als selbst fabrizierte Färbetechnik. Dabei wird der Stoff mit einer Schnur abgebunden und in Farbe eingetaucht.

Das Ergebnis sind kreisförmige Muster, bei denen helle und dunkle Töne ineinanderwabern. Ein textilgewordener LSD-Trip sozusagen und für die Kinder der FlowerPower-Bewegung der Inbegriff modischer Freiheit. Man ließ sich von der Bekleidungsindustrie nicht vorschreiben, was man zu tragen hatte, sondern wurde selbst kreativ.

Nachfolgenden Generationen galt das Batikshirt lange als verschroben. Bis coole Typen wie Coldplay-Sänger Chris Martin es plötzlich ins Rampenlicht rückten und die Luxusdesignerbranche einmal mehr eine alte Idee neu für sich entdeckte.

Die Festivalmode in diesem Sommer wird ein einziger Farbrausch. Quelle: Joshua Stitt/unsplash

Ein Gutes hat der Batiktrend immerhin: Man muss nicht mehr im Badezimmer mit Textilfarbe herumpanschen, um aufzufallen. Und ganz sicher wird die Festivalmode in diesem Sommer ein einziger Farbrausch. Es sei denn, alle Welt nimmt sich die Outfits vom Coachella Festival im April zum Vorbild.

Newcomerin Alice Merton wird unter anderem auftreten. Trotz ihrer Lockerheitshymne „Why So Serious“ will sie auf keinen Fall im Hippielook singen, wie sie kürzlich in einem Radiointerview verriet. Auch von den Sängerinnen Ariana Grande oder Charlotte Gainsbourg ist keine Batiklookoffensive zu erwarten.

Kurt Cobain würde es freuen. Angeblich soll der Nirvana-Frontmann, der den Grunge-Look der Neunziger nachhaltig prägte, Batik-T-Shirts gehasst haben: „Ich würde nie eines anziehen – außer es wäre mit dem Urin von Phil Collins und dem Blut von Jerry Garcia gefärbt.“

Von Kerstin Hergt

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