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Tödliche Mutprobe auf Spielplatz: Video sollte ins Web

Notfälle Tödliche Mutprobe auf Spielplatz: Video sollte ins Web

Mit bizarren und gefährlichen Mutproben wollten Jugendliche aus Niederbayern im Internet Furore machen - ihr letzter waghalsiger Stunt hat einen 20-Jährigen das Leben gekostet.

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Tatort Kinderspielplatz: Das Opfer wurde mit Klebeband an ein Karussell gebunden, das Spielgerät mit Hilfe eines Autos beschleunigt.

Quelle: Patrick Pleul/Symbolbild

Niederviehbach. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Landshut wegen fahrlässiger Tötung gegen seine drei Freunde. Sie hatten ihn in Niederviehbach in der Nähe von Landshut am Sonntag mit Klebeband an ein Spielplatzkarussell gebunden, das Spielgerät mit Hilfe eines Autos gefährlich schnell gedreht und alles gefilmt. Der 20-Jährige wurde Polizeiangaben zufolge aus dem Karussell geschleudert und starb wegen seiner schweren Kopfverletzungen noch an der Unfallstelle.

"Das Video sollte auf YouTube eingestellt werden, das wissen wir gesichert", sagte Staatsanwalt Hubert Krapf am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Dort hatte die Clique bereits mehrere Videos mit Experimenten hochgeladen, die ebenso sinnlos wie gefährlich sind. Heißes Kerzenwachs aus einem Teelicht wurde in den Mund gegossen und erkaltet wieder ausgespuckt. Es gab Nasenspülungen mit Tabasco und Ohrlochstechen mit Hammer und Nagel. All das erinnert an das Konzept einer US-Serie, die der Musiksender MTV vor zwölf Jahren erstmals ausgestrahlt hatte. In der Serie "Jackass" führten professionelle Schauspieler mitunter gefährliche Aktionen aus, die witzig wirken sollten. Später erschienen zudem mehrere "Jackass"-Filme. Vor Nachahmung wurde dabei stets ausdrücklich gewarnt.

Der Vater des 20-Jährigen hatte nach dem Unglück an die Medien appelliert: "Bitte warnen Sie alle Jugendlichen vor diesen verdammten Videos und vor diesen scheiß Jackass-Filmen", hatte ihn die "Passauer Neue Presse" (Dienstag) zitiert.

Die drei Bekannten des 20-Jährigen wollen einem ihrer Anwälte zufolge bei der Polizei zunächst keine Aussage zur Sache machen. Sie sind 18, 19 und 20 Jahre alt. Im Erwachsenenstrafrecht sind für fahrlässige Tötung bis zu fünf Jahren Haft möglich.

dpa

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