Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Panorama Umstrittene Methode „Schreiben nach Gehör“ verboten
Nachrichten Panorama Umstrittene Methode „Schreiben nach Gehör“ verboten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:47 26.09.2018
Kinder lernen auf unterschiedliche Weise schreiben. Quelle: Daniel Karmann/dpa
Potsdam

Brandenburgs Schüler sollen besser im Lesen und Schreiben werden. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) kündigte am Mittwoch einen Fünf-Punkte-Plan zur Verbesserung der Lese- und Rechtschreibkompetenzen an. So sollen künftig alle Arbeiten in allen Fächern auf Rechtschreibfehler korrigiert werden, nicht nur in Deutsch. Die Schulen sollen in allen Fächern verbindliche Zeiten für die Verbesserung von Sprachfertigkeiten festlegen. Das soll auch von der Schulaufsicht überprüft werden. Der Grundwortschatz, der in den Klassen eins bis vier vermittelt wird, soll rund 700 Wörter umfassen.

Verboten wird ab dem Schuljahr 2019/20 die umstrittene Lernmethode „Schreiben nach Gehör“, kündigte Ernst an. Stattdessen soll ausschließlich die Fibel-Methode angewandt werden. Ernst betonte, dass „Schreiben nach Gehör“ nur an wenigen Schulen angewandt werde.

„Fogel“ statt „Vogel“

Laut einer kürzlich diskutierten Studie der Uni Bonn lernen Schüler mit der Fibel besser. Dabei werden Wörter auswendig gelernt und zu kleineren Texten zusammengesetzt. Bei der Gehör-Methode sollen Kinder so schreiben, wie sie die Wörter akustisch verstehen. Wenn sie dann „Fogel“ statt „Vogel“ schreiben, wird das zunächst nicht korrigiert. Wie viele Schulen nach dieser Hör-Methode unterrichten, ist nicht klar. Früheren Erhebungen zufolge sind es nur etwa fünf Prozent.

Die Rechtschreiboffensive der Bildungsministerin, die seit genau einem Jahr im Amt ist, fußt auf dem mäßigem Abschneiden Brandenburger Grundschüler beim Bildungsvergleich IQB im Jahr 2016. Demnach schafft jeder achte Schüler nicht die Mindestanforderungen bei der Lesekompetenz. Bei der Rechtschreibung erreicht sogar jeder vierte Schüler nicht den Mindeststandard.

Der Fünf-Punkte-Plan soll in den kommenden Wochen mit den Schulämtern diskutiert werden, sagte Ernst. Die Ministerin kündigte auf Nachfrage außerdem an, dass sie im kommenden Jahr nicht für ein Landtagsmandat kandidieren werde. Sie habe lange genug in Landtagen gesessen, sagte sie.

Von Torsten Gellner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach einem Schlaganfall der früheren belgischen Königin Paola bestätigte der königliche Palast „gesundheitliche Probleme“ der 81-Jährigen. Medienberichten zufolge werde sie jetzt aus Venedig zurück nach Belgien geflogen.

26.09.2018

Hitlergrüße, Schlägereien und Vergewaltigungen: Das Oktoberfest macht nicht nur mit Feierlaune, sondern auch mit zahlreichen Straftaten von sich reden. In diesem Jahr ereigneten sich schon mehrere sexuelle Übergriffe.

26.09.2018

Mindestens drei Jahre muss US-Entertainer Bill Cosby ins Gefängnis. Unmittelbar nach der Verurteilung hat er seine Haftstrafe antreten müssen. Cosby kam zunächst in das Staatsgefängnis Phoenix. Der TV-Star ist nicht der erste prominente Straftäter.

26.09.2018