Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Panorama West-Nil-Virus: Schon 5 Vögel gestorben
Nachrichten Panorama West-Nil-Virus: Schon 5 Vögel gestorben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:04 23.09.2018
Das Amselsterben durch den Usutu-Virus hat mittlerweile auch Norddeutschland erreicht. Quelle: Daniel Karmann/dpa
Dresden/Berlin

Mit dem Nachweis von West-Nil-Viren (WNV) bei einem Habicht in Sachsen, ist der Erreger nun bei fünf Vögeln in Deutschland entdeckt worden. Außer dem aktuellen seien jeweils zwei Fälle aus Sachsen-Anhalt und Bayern registriert worden, teilte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) mit. Aufgrund vermehrter Untersuchungen seien weitere Fälle in den nächsten Wochen nicht ausgeschlossen.

Vor wenigen Wochen wurde das Virus bei einem verendeten Bartkauz aus dem Zoo Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) nachgewiesen. Es war der erste bestätigte West-Nil-Fall bei einem Vogel in Deutschland überhaupt.

Proben verendeter Wildvögel, die an das Nationale Referenzlabor für West-Nil-Virus-Infektionen am FLI geschickt werden, werden stets auf das Usutu-Virus und das West-Nil-Virus untersucht. Das Usutu-Virus wird wie das West-Nil-Virus von Mücken auf Wildvögel übertragen. Es wurde in den vergangenen Wochen verstärkt bei Wildvögeln nachgewiesen, ist aber anders als das West-Nil-Virus nicht melde- und anzeigepflichtig.

West-Nil-Virus bei Menschen verursacht Infektion bis hin zum Tod

Das West-Nil-Virus kann von Mücken auch auf Menschen übertragen werden und in seltenen Fällen schwere Infektionen bis hin zum Tod verursachen. Die meisten Infektionen verlaufen allerdings unbemerkt, in einigen Fällen treten Kopf- und Gliederschmerzen auf.

Lesen Sie auch:
Behörden warnen vor Übertragung von West-Nil-Fieber durch Mücken

Das Virus grassiert derzeit unter anderem in südeuropäischen Ländern, wo schon zahlreiche Menschen daran starben. In Deutschland wurde noch keine Übertragung auf Menschen bekannt, allerdings brachten es Reisende schon mit.

Usutu-Virus erreicht Norddeutschland

Neben den West-Nil-Virus greift auch das tödliche Usutu-Virus in Deutschland um sich. Betroffen sind davon hauptsächlich Amseln. 

Dem Naturschutzbund (Nabu) sind nach eigenen Angaben in diesem Jahr knapp 9000 Fälle von erkrankten oder toten Vögeln gemeldet worden, die mutmaßlich von einer Infektion mit dem Usutu-Virus betroffen sind. Über ein Viertel kommt aus Niedersachsen (2345), viele weitere aus Schleswig-Holstein (975), Hamburg (1320), Bremen (357) und Mecklenburg-Vorpommern (3).

"Die Seuche ist flächendeckend in Deutschland verbreitet", sagte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) . Bislang seien nur aus Berlin und Thüringen noch keine Fälle der Krankheit bekannt geworden. Laut Nabu sei davon auszugehen, dass in diesem Jahr in Deutschland mehr Vögel vom Usutu-Virus betroffen seien als je zuvor, hieß es.

Mücken übertragen Usutu-Virus

Das ursprünglich südafrikanische Usutu-Virus trat erstmals 2010 in Süd-West-Deutschland auf. Es wird von Mücken auf Vögel übertragen. Meist sind Amseln von dem Erreger befallen, in geringen Zahlen aber auch andere Arten wie Singdrosseln, Meisen oder Finken. Wo das Virus neu auftritt, kommt es vor allem bei Amseln zu Massensterben.

Usutu-Infektionen treten vor allem im August und September auf. Pro Tag gehen beim NABU zur Zeit etwa 400 Verdachtsmeldungen ein, hieß es.

Von dpa/KN-online

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit zwei Schlägen hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Sonnabend das erste Fass Bier angezapft und damit das 185. Oktoberfest eröffnet. Tausende Besucher waren schon Stunden vor dem Anstich auf die Theresienwiese geströmt.

28.09.2018

Der Dachstuhl des Ankerzentrums für Flüchtlinge in Bamberg ist am Sonnabend in Flammen aufgegangen. Ein Gebäude der Wohneinrichtung musste nach Angaben der Polizei Oberfranken geräumt werden, die 150 Bewohner dieses Hauses wurden bei dem Feuer nicht verletzt.

22.09.2018

Ministerin von der Leyen besucht die Moorbrand-Region im Emsland und macht sich ein Bild der Lage. Dort spricht sie mit betroffenen Anwohnern und Helfern – und entschuldigt sich persönlich. Ab dem Nachmittag sollen auch Tornado-Jets den Brand bekämpfen.

22.09.2018