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Panorama Zoll präsentiert Kokain-Rekordfund
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14:16 20.07.2017
Schwer bewaffnete Zollbeamte einer Spezialeinheit sichern den Kokainfund auf der Pressekonferenz in Hamburg. Quelle: dpa
Hamburg

So ganz kann Werner Gatzer, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, seinen Stolz auf den Hamburger Zoll nicht verhehlen: Die Fahnder hatten im April 3,8 Tonnen Kokain in Containern auf Schiffen entdeckt. Einen Drogenfund in der Größenordnung gab es in Deutschland bisher nicht. Gatzer schätzt den Wert des Rauschgiftes auf satte 800 Millionen Euro. Für Gewinne wird das Kokain aber nicht mehr sorgen: Der Zoll verbrennt den Stoff an einem geheimen Ort.

Die Behörde präsentierte den Rekordfund am Donnerstagmittag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in einer Bundeswehrkaserne in Hamburg: Die in buntes Plastik eingeschweißten Kokainpäckchen lagen in hohen Stapeln auf Holzpaletten. Schwer bewaffnete Spezialkräfte des Zolls bewachten das Rauschgift während der Pressekonferenz.

Das Kokain, das einen Reinheitsgehalt von 85 bis 90 Prozent habe, war im Hamburger Hafen bei drei Aktionen im Frühjahr beschlagnahmt worden. Das Rauschgift wurde den Angaben zufolge in Containern mit Futtermitteln beziehungsweise Holzkohle gefunden. Sie stammten aus Paraguay und Uruguay und sollten über Deutschland nach Belgien gebracht werden, hieß es.

Zoll findet Kokain in Bananenkisten

Der Staatssekretär wertet den Fund als schweren Schlag gegen den Kokainmarkt. Seit Jahren wachse das Angebot in Deutschland. Der Markt werde mit immer größeren Mengen versorgt, sagt Gatzer. Im April hatte die Polizei in Leverkusen 384 Kilogramm Kokain in der Bananenreiferei eines Großhändlers sichergestellt. Die 26 Bananenkisten aus Ecuador sollen vom Hamburger Hafen mit einem Lastwagen nach Leverkusen gebracht worden sein. Anfang des Jahres hatte der Hamburger Zoll in einem Container von der niederländischen Antilleninsel Curaçao 717 Kilogramm Kokain entdeckt.

„Wir wissen, dass Hamburg und andere Häfen im Fokus des Drogenschmuggels stehen“, erklärt Gatze. Umschlagplätze für die Lieferungen seien neben Hamburg auch Rotterdam und Antwerpen. Der Staatssekretär vermutet, dass in Zukunft die Fahnder weitere Schmuggler-Ringe auffliegen lassen. Der Zoll sei personell nicht nur besser aufgestellt als in den Vorjahren, sondern in Europa immer weiter vernetzt.

Von RND/sos/dpa

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