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Politik 20 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen: Warnung vor Verharmlosung
Nachrichten Politik 20 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen: Warnung vor Verharmlosung
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16:56 24.08.2012
Der als «Sonnenblumenhaus» bekannte Plattenbau, in dem vor zwanzig Jahren das Ausländerwohnheim brannte. Quelle: Jens Büttner

n. Die Westdeutschen sollten nicht mit dem Finger nach Ostdeutschland zeigen und sagen: "Dieses Problem haben wir hier nicht."

1992 war es in der Rostocker Plattenbau-Vorstadt Lichtenhagen, wo Asylbewerber untergebracht waren, zu den schlimmsten fremdenfeindlichen Ausschreitungen der deutschen Nachkriegsgeschichte gekommen. Als nach mehrtägiger Randale mit Steinwürfen und Brandsätzen ein Teil des sogenannten Sonnenblumenhauses brannte, konnten sich rund 150 Menschen im Gebäude erst in letzter Minute retten. Die Bilder gingen um die Welt.

Bis zum kommenden Sonntag gedenkt Rostock der Ausschreitungen. Mehrere Organisationen haben zu Veranstaltungen eingeladen, mehrere Tausend Menschen werden zu Fahrradsternfahrten und Demonstrationszügen erwartet. Am Samstagmittag soll eine Gedenktafel am Rostocker Rathaus angebracht werden. Zur zentralen Gedenkveranstaltung am Sonntag in einem Zirkuszelt hinter dem Sonnenblumenhaus wird auch der in Rostock geborene Bundespräsident Joachim Gauck kommen.

Nach dem Willen von Flüchtlingshilfsorganisationen muss sich die Bundesregierung für die fremdenfeindliche Krawalle von Lichtenhagen vor 20 Jahren entschuldigen. "Der Pogrom von Rostock-Lichtenhagen steht für ein Zusammenwirken von Stimmungsmache der Politik und einem rassistischen Mob, den man laufen lässt", hieß es bei einer Tagung der deutschen Landesflüchtlingsräte und Organisation Pro Asyl.

Bislang ist nach Angaben der Stadt Rostock und der Polizei nichts über geplante Aktivitäten der rechten Szene am Wochenende bekannt. Allerdings seien in der Nacht zum Freitag zehn Personen aus dem rechten Spektrum gestellt worden, die in Lichtenhagen Plakate an Stromkästen, Müllbehälter und Litfaßsäulen geklebt hätten. Gegen die polizeilich bekannten Männer zwischen 20 und 29 Jahren wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

dpa

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