Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Politik 25-Jähriger wegen Terrormiliz-Mitgliedschaft zu knapp drei Jahren verurteilt
Nachrichten Politik 25-Jähriger wegen Terrormiliz-Mitgliedschaft zu knapp drei Jahren verurteilt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:56 16.10.2018
Das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg hat einen 25-jährigen zu 2 Jahren und 9 Monaten Jugendstrafe verurteilt. Quelle: dpa
Hamburg

Ein ehemaliges Mitglied einer islamistischen Miliz in Syrien ist in Hamburg zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht verurteilte den jungen Mann am Dienstag zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Der 25-Jährige hatte sich nach Überzeugung der Richter 2013 einer lokalen Miliz in seiner nordsyrischen Heimatstadt Al-Tabka angeschlossen. Er kämpfte erst gegen Regierungstruppen, später gegen den Islamischen Staat (IS).

Die Ahrar al-Sham habe zeitweise rund 20.000 Mann unter Waffen gehabt. Bei ihrem Kampf habe sie zivile Opfer in Kauf genommen, erklärte der Vorsitzende Richter Norbert Sakuth. Die deutschen Behörden stufen die Miliz als Terrororganisation ein. Der Angeklagte habe sich der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz schuldig gemacht.

Gericht sieht keine Anhaltspunkte für IS-Mitgliedschaft

Für den ursprünglichen Vorwurf, der Angeklagte sei Mitglied des IS gewesen und von diesem zur Verübung von Anschlägen nach Deutschland geschickt worden, sah das Gericht keine Anhaltspunkte. Es stellte das Verfahren in diesem Punkt ein.

Als Kind war der Angeklagte nur wenige Jahre zur Schule gegangen. Er sei Analphabet geblieben und habe als eines von neun Geschwistern als Bauhelfer gearbeitet, erklärte Sakuth. Der Vater des heute 25-Jährigen sei früh gestorben. Nach dem Tod der Mutter 2014 habe sich der Angeklagte entschlossen, seine vom IS beherrschte Heimatstadt zu verlassen. Er habe zunächst erneut für Ahrar al-Sham gegen den IS gekämpft und dafür einen Sold von 100 Dollar im Monat bekommen. Im Sommer 2015 sei er über die Türkei nach Deutschland geflüchtet.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Politik Bundesfamilienministerin - Giffey startet digitales Elterngeld

Familien sollen Elterngeld künftig überall in Deutschland auch online beantragen können. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) startete einen Pilotversuch mit den Bundesländern Berlin und Sachsen.

16.10.2018
Politik SPD-Spitzenkandidatin zur Europawahl - Die schnelle Karriere der Katarina Barley

Katarina Barley wird Spitzenkandidatin der SPD zur Europawahl. Es ist nicht der erste Job, den sie überraschend bekommt. Von ihrer Vita her passt die Aufgabe zur Bundesjustizministerin jedoch wie zu keiner anderen Person in der Partei.

16.10.2018

Mehrmals hat sie SPD-Chefin Andrea Nahles abgesagt, jetzt will die bisherige Justizministerin Katarina Barley die SPD doch als Spitzenkandidatin in die Europawahl 2019 führen. Sie befreit damit Parteichefin Andrea Nahles aus einer misslichen Lage.

16.10.2018