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Politik 376 Tote in Syrien an einem Tag
Nachrichten Politik 376 Tote in Syrien an einem Tag
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15:27 27.09.2012
Panos Moumtzis, Syrien-Koordinator des Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), erwartet bis zu 700 000 Flüchtlinge bis Ende des Jahres. Quelle: Martial Trezzini

Die wachsende Brutalität in dem seit März 2011 andauernden Konflikt dürfte nach Schätzungen der Vereinten Nationen bald noch mehr Menschen zu Flüchtlingen machen.

Die Zahl der Syrien-Flüchtlinge könnte bis Ende dieses Jahres auf 700 000 ansteigen, warnte der Syrien-Koordinator des Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Panos Moumtzis, am Donnerstag in Genf. Die Vereinten Nationen sind in der Syrien-Frage weiterhin politisch gelähmt, wie sich bei Beratungen in New York zeigte.

Derweil sieht es so aus, als hätten die Konfliktparteien die UN gänzlich abgeschrieben und wollten nun beide eine Entscheidung auf dem Schlachtfeld herbeiführen. Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) lobte den Vormarsch der bewaffneten Rebellen in den Provinzen Aleppo und Al-Rakka. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, die Truppen von Präsident Assad hätten in Daraa und Aleppo Fortschritte im Kampf gegen die "Terrorbanden" erzielt.

Der UNHCR-Koordinator sagte, sollte sich die Zahl der Bürgerkriegsflüchtlinge wie erwartet in den kommenden drei Monaten mehr als verdoppeln, so werde dieser Ansturm von Menschen die Nachbarländer überfordern. Hier sei die Solidarität der internationalen Gemeinschaft gefordert.

Bislang sind nach UN-Angaben 294 000 Syrer aus ihrem Heimatland geflohen, vor allem nach Jordanien, Libanon, in den Irak und in die Türkei. In dieser Zahl sind alle Syrer, die das Land legal verlassen haben und vorübergehend bei Verwandten oder in selbst angemieteten Wohnungen untergekommen sind, nicht enthalten.

Wie Menschenrechtler und Rebellengruppen mitteilten, kamen am Mittwoch landesweit 376 Menschen ums Leben, darunter 49 Soldaten der Regierungstruppen. Die meisten Toten gab es nach übereinstimmenden Berichten verschiedener Organisationen in der Hauptstadt Damaskus. Am Donnerstag wurde erneut in mehreren Provinzen gekämpft. Die Regimegegner zählten in ihren Reihen 40 Tote. Ein syrischer Kampftrupp drang über die Grenze in den Libanon ein, wo er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur NNA das Haus einer Familie zerstörte.

Außenminister Guido Westerwelle hatte den UN-Sicherheitsrat am Mittwoch zu einer "gemeinsamen Antwort" aufgerufen, damit die Gewalt in Syrien beendet wird. Er forderte die Staatengemeinschaft auf, einen "Prozess des politischen Übergangs" auf den Weg bringen. Allerdings sind die Aussichten dafür weiterhin gering. Denn ein härteres Vorgehen gegen Assad wird immer noch von den Veto-Mächten Russland und China verhindert. Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte, eine nachhaltige Befriedung könne nur durch Verhandlungen erreicht werden.

dpa

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