Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Politik Ärzte wollen bereits diese Woche protestieren
Nachrichten Politik Ärzte wollen bereits diese Woche protestieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:31 04.09.2012

Derzeit ließen die Verbände eine Urabstimmung über Praxisschließungen anlaufen, wie ein Sprecher der Allianz der Nachrichtenagentur dpa sagte. In einzelnen Verbänden sei die Befragung bereits abgeschlossen - Ergebnis: eine große Zustimmung zu Protesten. Je nach Gesamtergebnis sollten die Praxen möglicherweise erstmals deutschlandweit für eine begrenzte Zeit dichtgemacht werden. Wenn nicht alle mitmachen, würden die Proteste auf einzelne Arztgruppen beschränkt.

Es gebe bereits erste Ausstände. So schließe ein baden-württembergischer Lungenfacharzt sein Schlaflabor und schicke die Patienten ins Krankenhaus. "Wir müssen reagieren, auch wenn es uns schwerfällt", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Pneumologen, Andreas Hellmann.

Die Bundesärztekammer kündigte im Honorarstreit mit den Krankenkassen eine harte Linie an. "Wenn die Kassen nicht einlenken, werden sie einen heißen Herbst erleben", sagte Präsident Frank Ulrich Montgomery den "Ruhr Nachrichten" (Dienstag). Die Kassen müssten drauflegen. Die Ärzte hätten langen Atem.

Auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, zeigte sich entschlossen. "Wir fühlen uns zunehmend von unserem Vertragspartner diffamiert und angegriffen", sagte er im ZDF. Die KBV forderte 11 Prozent mehr Geld für 2013, hatte aber im Schlichtergremium nur eine Erhöhung von 0,9 Prozent bekommen. Dagegen legten die Ärzte Klage ein. Weitere Verhandlungen blockierte die KBV zunächst.

Ein Termin für das angekündigte informelle Gespräch zwischen KBV- und Kassenverbandsspitze zur Klärung der Lage gab es nach Angaben eines KBV-Sprechers noch nicht. Es werde aber vor der nächsten Sitzung des Schlichtergremiums am 15. September stattfinden.

Die Patienten müssen sich auf lange Wartezeiten für Termine, auf volle Wartezimmer und auf Klinik- anstelle von Praxisbehandlungen einstellen. "Die Ärzte machen dann Dienst nach Vorschrift", erläuterte KBV-Sprecher Roland Stahl.

Keinen deutschlandweit gültigen Beschluss über eine Beteiligung an Protesten gibt es bei den Hausärzten. Hintergrund ist, dass der Deutsche Hausärzteverband auf eine Differenzierung setzt. Vor allem die Ärzte, die sich in der Sprechstunde im Sinne sprechender Medizin intensiv um die Patienten kümmerten, müssten gestärkt werden, sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt der Nachrichtenagentur dpa. "Dafür brauchen wir die notwendigen Mittel, sie müssen zielgerichtet eingesetzt werden." Der Verband will Praxisschließungen zunächst nicht propagieren, aber protestierenden Ärzten auch nicht in den Rücken fallen.

Die Krankenkassen mahnten zur Mäßigung. Die Ärzte sollten verhandeln und den Konflikt nicht auf dem Rücken der Patienten austragen, sagte Verbandssprecher Florian Lanz.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Hamburg hat im vergangenen Jahr etwas mehr Geld für Asylbewerber ausgegeben als 2010. Insgesamt beliefen sich die Leistungen auf 43,9 Millionen Euro, teilte das Statistikamt Nord am Dienstag in Hamburg mit.

04.09.2012

Die Ausgaben für Asylbewerber in Schleswig-Holstein sind 2011 um gut fünf Prozent gestiegen. Die Leistungen betrugen 28,7 Millionen Euro, teilte das Statistikamt Nord am Dienstag in Kiel mit.

04.09.2012

Serbien kann nur dann auf einen Beitritt zur EU hoffen, wenn es seine Beziehungen zu seiner einstigen Provinz Kosovo normalisiert, die sich Anfang 2008 für unabhängig erklärte.

04.09.2012
Anzeige