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Politik Frauke Petry muss sich eine neue Bühne suchen
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06:31 28.02.2017
Von Christian Hiersemenzel
Frauke Petry wollte im Schloss auftreten, wurde aber ausgeladen. Quelle: Lukas Schulze/dpa
Kiel

„Die Liegenschaft mit ihren vielen Zugängen ist schwierig zu schützen. Wir sorgen uns um unser Haus.“ Hinzu komme ein möglicher wirtschaftlicher Schaden, wenn Restaurantbesucher fernbleiben und Nutzer die Tiefgarage meiden würden. Die AfD hatte zum Auftakt ihres Landtagswahlkampfes mit der Bundeschefin und dem Landesvorsitzenden Jörg Nobis 200 Besucher erwartet und dafür den kleinen Festsaal reserviert. Der fasst bestuhlt maximal 350 Plätze und kostet rund 1000 Euro Grundmiete plus Technik.

 „Politische Gründe spielten für uns keine Rolle“, versicherte Lohse. „Dann hätten wir von Anfang an absagen müssen.“ Die AfD wisse jedoch darum, dass sie polarisiere. Deshalb müsse sie sich konzeptionell anders aufstellen und dürfe sich nicht nur auf die Polizei verlassen, sondern müsse innerhalb von Gebäuden selbst für Sicherheit und Ordnung sorgen können, so Lohse. „Das ist nun mal kein Abtanzball, sondern eine andere Herausforderung.“ Vandalismusschäden könne das Kieler Schloss angesichts seines straffen Veranstaltungskalenders nur schwer verkraften.

 Vor dem Schloss hatte die Antifa zur Demonstration aufgerufen und sich vorgenommen, den Wahlkampf-Auftakt zum Desaster werden zu lassen. Auch der DGB hatte zur Kundgebung aufgerufen – allerdings nicht direkt gegen die AfD, sondern „für Solidarität, Menschenwürde und Weltoffenheit“. Nord-Geschäftsführer Frank Hornschu kündigte bereits an, dass man gegebenenfalls auch an einem anderen Ort demonstrieren werde. „Es ist nicht nötig, dass Frau Petry in Kiel auftritt. Diese Menschen sind weder in Kiel noch an einem anderen Ort in Schleswig-Holstein willkommen.“ Im November hatte eine Besucherin auf Bundes-Vize Beatrix von Storch bei einer Veranstaltung in der Kreisgeschäftsstelle am Walkerdamm in Kiel eine Torte geworfen. Bei der AfD suchte man am Montag händeringend einen Ausweichort. Nach Angaben des sicherheitspolitischen Parteisprechers Claus Schaffer kam die Absage vollkommen überraschend, weil man mit der Schloss-Geschäftsleitung doch intensiv gesprochen habe. Auch verfüge man über ein bewährtes Sicherheitskonzept. „Die Polizei ist problemlos in der Lage, das Areal gegen Störer und Angriffe zu sichern, wie sie es zuvor auch schon bei anderen Gelegenheiten getan hat.“

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