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Politik AfD und die Spenden: Der übliche Verdächtige
Nachrichten Politik AfD und die Spenden: Der übliche Verdächtige
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10:07 24.11.2018
Der Mövenpick-Eigner August von Finck spendete bereits an die CSU und FDP Quelle: Ursula Düren/dpa
Berlin

August von Finck junior ist 88 Jahre alt und mindestens fünf Milliarden Euro schwer. So ein Mann kann sich auch Parteien kaufen. Erst die FDP, dann deren Abspaltungen wie den „Bund freier Bürger“, schließlich die AfD. Dass Finck den Aufbau des rechtspopulistischen Start-ups wohlwollend unterstützt hat, vermutete die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung schon seit 2013. Nur Beweise gab es nicht. Jetzt haben die Schweizer „Wochenzeitung“ und der „Spiegel“ einige neue Mosaiksteine hinzugefügt.

Ein Bevollmächtigter Fincks Vertrauter hatte nicht nur einen engen Draht zur AfD-Gründungsriege, sondern interessierte sich nach den Berichten auch sehr für das Projekt einer AfD-nahen Gratiszeitung. Sie wurde aus der Schweiz finanziert. Eine Schweizer Werbeagentur unterstützte auch die Parteigrößen Jörg Meuthen, Marcus Pretzell und Guido Reil. Meuthen und Reil sind Spitzenkandidaten bei der Europawahl.

Mit Alice Weidels Spenden aus Zürich und Rotterdam hat Finck wahrscheinlich nichts zu tun. Zu dilettantisch wirkt das Vorgehen in diesen Fällen. Es sieht aber immer mehr so aus, als gäbe es ein finanzstarkes rechtsgewirktes Umfeld, das die AfD von Anfang an päppelt. 2009, als Mövenpick-Eigner Finck noch an die FDP spendete, ging es um ein konkretes Gegengeschäft: die Mehrwertsteuersenkung für Hotel-Übernachtungen. Bei der AfD verbindet er das Nützlichen mit dem politisch für ihn Angenehmen: Finck gilt einerseits als strammer Rechtsaußen, andererseits ist es auch kein Zufall, dass er die libertären Teile der Partei besonders bedenkt.

Die AfD trifft die Affäre ins Mark. Es wäre im Interesse von Partei-Senior Alexander Gauland, der noch nicht persönlich belastet wurde, für Aufklärung zu sorgen. Doch er hält die Reihen fest geschlossen. So müssen Bundestagsverwaltung und Staatsanwaltschaft aufklären. Die anderen Parteien haben (hoffentlich) aus ihren Spendenaffären gelernt. Die AfD verweigert sich.

Von Jan Sternberg/RND

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