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Politik Alternativer Nobelpreis für inhaftierte saudische Menschenrechtler
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10:07 24.09.2018
Abdullah al-Hamid (l-r), Walid Abu al-Chair und Mohammed Fahad al-Kahtani aus Saudi-Arabien. Die Menschenrechtler sitzen derzeit im Gefängnis, weil sie versuchen, das totalitäre politische System in Saudi-Arabien zu reformieren. Quelle: right livelihood award/dpa
Stockholm

Der Alternative Nobelpreis geht 2018 an unermüdliche Kämpfer gegen Korruption, Totalitarismus und die Dürre in Afrika. „In einer Zeit alarmierender Umweltzerstörung und des Versagens politischer Führung zeigen unsere Preisträger einen Weg in eine andere Zukunft“, erklärte der Direktor der Right Livelihood Award Stiftung, Ole von Uexküll, in Stockholm.

Zum ersten Mal werden mit dem Preis Menschenrechtskämpfer aus Saudi-Arabien ausgezeichnet: Abdullah al-Hamid, Mohammed Fahad al-Kahtani, Walid Abu al-Chair bekommen ihn, weil sie friedlich das autoritäre System ihres Landes reformieren wollen. Alle drei sitzen deshalb im Gefängnis. In Saudi-Arabien zahlen politisch Engagierte einen hohen Preis, für ihren Einsatz riskieren sie ihr Leben.

Den undotierten Ehrenpreis erhalten die Juristen Thelma Aldana und Ivan Velásquez, weil sie in Guatemala Machtmissbrauch aufdecken und Korruption verfolgen. Velasquez leitet die Internationale Kommission gegen Straflosigkeit der Vereinten Nationen. Aldana war bis zum Frühjahr Generalstaatsanwältin in dem zentralamerikanischen Land und stieß zusammen mit Velásquez Ermittlungen gegen den inzwischen inhaftierten Präsidenten Otto Perez Molina an.

Kampf gegen Afrikas unfruchtbaren Boden

Die mit je rund 96.000 Euro dotierten Geldpreise gehen an den Bauern Yacouba Sawadogo aus Burkina Faso und den Australier Tony Rinaudo, die sich beide dafür einsetzen, dass dürres Land in Afrika landwirtschaftlich genutzt werden kann.

Die Alternativen Nobelpreise werden seit 1980 in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen an Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden vergeben.

Von RND/dpa