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Politik An der Windkraft scheiden sich die Geister
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21:40 21.07.2016
Von Christian Hiersemenzel
Der Anteil von Wärme aus Erneuerbaren Energien wie der Windkraft soll bis 2025 mindestens 22 Prozent erreichen. Quelle: dpa
Kiel

„Nur Ignoranten können behaupten, dass wir kein Problem haben“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne) am Donnerstag im Landtag.Auch wenn es dieser Sommer bislang nicht vermuten lasse: „2016 wird das heißeste Jahr seit Aufzeichnung der Daten."

 „In Wirklichkeit“ gehe es im neuen Gesetz um Wärmewende, sagte Habeck. Die Treibhausgasemission solle bis 2050 auf ein Minimum gesenkt werden, der Minister sprach von einer Eliminierung bis zu 95 Prozent. Und: Der Anteil von Wärme aus Erneuerbaren Energien solle bis 2025 mindestens 22 Prozent erreichen – 2014 lag er bei knapp 14 Prozent. Damit übertreffe Schleswig-Holstein zwar den Bundesdurchschnitt, rangiere aber weit hinter Dänemark, das schon jetzt 50 Prozent seiner Wärme aus Ökostrom erzeuge. Habeck: „Das Gesetz soll diese skandinavische Strategie unterstützen.“

 Im Prinzip sind sich die Fraktionen über die Notwendigkeit einer Energiewende einig. Die Tücke steckt allerdings in der Umsetzung, wie gleich anschließend die Debatte zur Windenergie zeigte. Deren Ausbau bewege jeden, stellte Petra Nicolaisen (CDU) fest: „sowohl diejenigen, die sie produzieren, als auch diejenigen, die befürchten, ein Stück Lebensqualität zu verlieren“. Habeck betreibe Energiewende mit der Brechstange. „Sie werden scheitern, wenn Sie die Menschen nicht mitnehmen.“ Die Union fordert Mindestabstände von 1200 Metern zu Siedlungen und 500 im Außenbereich, während die Landesplanung mit 800 bzw. 400 Metern agiert. „Der Schlaf von Kranichen und Fledermäusen ist also wichtiger als der Schlaf der Menschen?“, fragte Nicolaisen. „Das ist nicht vermittelbar.“

 Hinweise auf Ästhetik, Naturschutz, eventuell sinkende Immobilienwerte und gesundheitliche Folgen: Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben bedauerte, dass es in Teilen der Gesellschaft für Windkraft keinen Rückhalt mehr gebe. Dann aber wandte sie sich an die Opposition. „Was ist denn die Alternative, wenn wir die Energiewende ausbremsen? Dazu höre ich von Ihnen nichts.“ Windräder könnten eines Tages problemlos wieder abgebaut werden. Bei Atomkraftwerken sei das schon schwieriger.

 Habeck stellte fest, dass er Abstände von 1200 Metern zu Ortschaften „total wünschenswert“ fände. Aber dann käme nicht auf die erforderlichen Flächen. Und Strom lasse sich nun einmal nicht durch Luftwallung produzieren. Der Minister berichtete, dass sein Haus gerade die Ausschreibung für ein Gutachten vorbereite, in dem es um Lärmmessung und Infraschall gehen soll. Die Expertise solle 2017 angefertigt werden. Die FDP hatte zuvor ein umfangreiches Messprogramm gefordert, um die Emissionen zu prüfen.

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