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Politik „Peinliche Trickserei“ - Empörung über neue Pünktlichkeitsmessung bei der Bahn
Nachrichten Politik „Peinliche Trickserei“ - Empörung über neue Pünktlichkeitsmessung bei der Bahn
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13:08 10.03.2019
Politiker kritisieren Änderung der Pünktlichkeitsmessung für Fernverkehr auf der Schiene: „Politische Kapitulationserklärung der Bahn und des Verkehrsministers.“Daniel Bockwoldt/dpa
Berlin

Die neue Methode der Pünktlichkeitsmessung bei der Bahn, nach der Zugfahrten mit weniger als einer Viertelstunde Verspätung als pünktlich ausgewiesen werden sollen, stößt auf scharfe Kritik bei Verkehrspolitikern. „Trotz strengerer Vorgaben in der Schweiz und in Japan sind die Eisenbahnen dort pünktlicher“, sagte Oliver Luksic, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „In Deutschland sollen die Uhren für die Bahn nun ganz anders ticken, das ist eine politische Kapitulationserklärung der Bahn und des Verkehrsministers. Das Versprechen von Minister Scheuer die Pünktlichkeit bei der Bahn durch eine ‚Zeitumstellung‘ zu erfüllen ist eine dreiste und peinliche statistische Trickserei.“

Neue Messmethode sorgt für Proteste

Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ startet die Bahn an diesem Montag eine neue Methode zur Pünktlichkeitsbemessung. Demnach soll für jeden einzelnen der täglich 400 000 Reisenden im ICE oder EC/IC gemessen werden, ob die Ankunft am Endbahnhof mehr oder weniger als eine Viertelstunde verspätet ist. Mit eingerechnet würden dem Bericht zufolge nicht nur ausfallende Züge, sondern auch, ob der Anschluss erwischt wurde oder ob ein späterer Ersatzzug fuhr. Damit übernehme die Bahn die Pünktlichkeitsgrenzen aus dem Flug- und Fernbusverkehr. Bislang misst die Bahn nur, ob die einzelnen Züge mit weniger als sechs Minuten Verspätung am Ziel ankommen.

Die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz Anke Rehlinger (SPD) sagte dem RND. „Statistik macht noch keinen Zug pünktlicher.“ Die Bahn habe unbestreitbar ein Pünktlichkeitsproblem. „Da müssen sie ran mit besserer Planung und Logistik, mehr Zügen und Personal und verbesserter Fahrgastinformation“, so die saarländische Verkehrsministerin. „Wer die sozial-ökologische Wende will, muss auf die Bahn setzen, dafür braucht es aber günstige Fernfahrer-Tarife, um Inlandsflüge unattraktiver zu machen, und eine bessere Anbindung der Regionen in Deutschland.“

Lesen Sie auch: Deutsche Bahn muss immer mehr Entschädigungen zahlen

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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