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Bischöfin Fehrs überrascht von Ermittlungen gegen Ex-Bischöfe

Kirchen Bischöfin Fehrs überrascht von Ermittlungen gegen Ex-Bischöfe

Hamburgs Bischöfin Kirsten Fehrs haben die Ermittlungen gegen die ehemaligen Bischöfe Maria Jepsen und Karl Ludwig Kohlwage wegen ihres Verhaltens im Ahrensburger Missbrauchsskandal überrascht.

Hamburg. Das sagte sie am Freitag in Hamburg. "Wir haben keine inhaltlichen Informationen über das Verfahren, und deswegen können wir zu den Ermittlungen nichts sagen", fügte Fehrs hinzu.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Lübeck, Günter Möller, hatte bestätigt, dass gegen insgesamt vier Personen ermittelt werde: Maria Jepsen, bis zum Jahr 2010 evangelisch-lutherische Bischöfin in Hamburg, Karl Ludwig Kohlwage, bis 2001 Bischof in Lübeck, Heide Emse, bis 2001 Pröpstin in Ahrensburg (Kreis Stormarn), und Detlev Nonne, bis 2004 Personalchef der Nordelbischen Kirche.

Die Beschuldigten sollen schon frühzeitig erfahren haben, dass der Ahrensburger Pastor K. Jugendliche missbraucht hat, und zwar zu einem Zeitpunkt, als diese Taten noch nicht verjährt waren. Dennoch sollen sie nichts dagegen unternommen haben. Wegen eines bestehenden Anfangsverdachts nach Prüfung einer Strafanzeige sei der Polizei im Mai ein Ermittlungsauftrag erteilt worden, sagte Möller. "Es geht um die Frage, wer wann was gewusst hat, aber untätig geblieben ist." Der Sprecher legte Wert auf die Feststellung: "Allein dass Ermittlungen laufen, bedeutet keinen Schuldspruch." Das Ergebnis der Nachforschungen bleibe abzuwarten, das Ermittlungsverfahren könne auch eingestellt werden.

Im Juli 2010 war Bischöfin Jepsen nach Kritik an ihrem Verhalten im Missbrauchskandal zurückgetreten. Ihre Nachfolgerin, Kirsten Fehrs, wollte am Freitag eine Einrichtung einer unabhängigen Expertenkommission vorstellen, die die Missbrauchsfälle insbesondere in der Kirchengemeinde Ahrensburg aufklären soll.

dpa

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