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08:59 11.09.2018
Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Buchholz hat die kurzfristige Streichung von Zügen aus den Fahrplänen der DB Regio AG im Norden scharf kritisiert.  Quelle: Markus Scholz/dpa
Kiel

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hat die kurzfristige Streichung von Zügen aus den Fahrplänen der DB Regio AG im Norden scharf kritisiert. Die mehrwöchigen Streichungen von einzelnen Zugverbindungen seien für das Land nicht akzeptabel, sagte Buchholz der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich drohte er DB Regio mit weiteren Strafen wie bereits auf der pannenträchtigen Marschbahnstrecke zwischen Hamburg und Sylt: "Nicht gelieferte Leistungen werden grundsätzlich auch nicht vergütet." Darüber hinaus würden in künftigen Verkehrsverträgen die Sanktionsmöglichkeiten erweitert.

Seit Montag fallen 18 Züge - überwiegend frühmorgens oder spätabends - auf unbestimmte Zeit aus. Betroffen sind die Strecken Lübeck-Kiel, Lübeck-Travemünde-Strand, Lübeck-Neustadt-Fehmarn und Lübeck-Lüneburg. Die Bahn nennt den Mangel an Lokführern als Grund. Für die Fahrgäste gibt es einen Ersatzverkehr mit Bussen und Taxis. Wie lange die Zugverbindungen ausfallen werden, teilte das Unternehmen nicht mit. Kunden finden eine Auflistung aller betroffenen Verbindungen im Internet oder der App der Deutschen Bahn.

Ausbildungsoffensive soll gegenwirken

Buchholz betonte, das Land versuche seit Jahren mit viel Geld, Menschen dazu zu bringen, von der Straße auf die Schiene umzusteigen. "Diese Bemühungen werden derzeit von der DB Regio auf vielen Strecken buchstäblich ausgebremst." Er erhoffe sich vom Besuch des Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG, Jörg Sandvoß, Ende September eine deutliche Zusage: "Dass die DB alles in ihrer Macht stehende veranlasst, damit die unhaltbaren Zustände kurzfristig beseitigt werden." Dazu gehöre insbesondere, in mehr Personal zu investieren.

DB Regio DB Schleswig-Holstein hat nach eigenen Angaben die Rekrutierungsanstrengungen bereits deutlich verstärkt. Man sei dabei, mit einer Ausbildungsoffensive gegenzusteuern, teilte ein Bahnsprecher mit. "So beginnen nun alle zwei Monate neue Ausbildungslehrgänge." Allerdings dauere es etwa zehn bis zwölf Monate, bis ein ausgebildeter Triebfahrzeugführer dem Betrieb zur Verfügung stehe. Das Thema Lokführermangel beschäftige aktuell die gesamte Branche, sagte der Bahnsprecher.

Die Zugstreichungen sind nach den Worten von Buchholz mit dem Desaster auf der Marschbahn nicht vergleichbar. Es gebe auf den Linien einen Busersatzverkehr. Dieses sei zwischen Niebüll und Westerland nicht möglich. Zudem handle es sich eher um Randzeiten mit wesentlich weniger Fahrgästen. Und drittens seien die Zugausfälle zumindest ein wenig früher angekündigt worden. "Trotzdem ärgere ich mich auch über diese Maßnahme maßlos", sagte Buchholz.

Von dpa

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