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Politik Bundeswehr: Mehr als 20 Milliarden Euro für Auslandseinsätze
Nachrichten Politik Bundeswehr: Mehr als 20 Milliarden Euro für Auslandseinsätze
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12:11 27.11.2018
Die meisten deutschen Soldaten im Auslandseinsatz sind in Mali oder Afghanistan stationiert. Quelle: Michael Kappeler/dpa
Berlin

Die mehr als 50 Auslandseinsätze der Bundeswehr seit Anfang der 1990er Jahre haben zusammen mindestens 21,6 Milliarden Euro gekostet. Nach einer Aufstellung des Verteidigungsministeriums wurde mit 10,2 Milliarden Euro fast die Hälfte davon für die Nato-Missionen „Isaf“ und „Resolute Support“ in Afghanistan ausgegeben. Die Bundeswehr ist dort seit 17 Jahren stationiert.

Dahinter folgen die Balkan-Einsätze im Kosovo (3,5 Milliarden) und in Bosnien-Herzegowina und Kroatien (1,2 Milliarden Euro) vor der Anti-Terror-Mission „Enduring Freedom“ (1,1 Milliarden) in Afghanistan, Kuwait und am Horn von Afrika, die nach den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001 beschlossen wurde.

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Alle Ausgaben seit 1992 aufgelistet

Die Zahlen gehen aus einer Antwort aus einer parlamentarischen Anfragen des Linken-Abgeordneten Andrej Hunko hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin werden erstmals die Kosten aller 53 Bundeswehreinsätze im Ausland seit 1992 aufgelistet, die vom Bundestag oder vom Kabinett beschlossen wurden - soweit sie überhaupt noch ermittelbar sind.

Derzeit sind 3500 deutsche Soldaten in 13 Auslandseinsätzen, die mit Abstand meisten in Afghanistan und im westafrikanischen Mali. Erst im Frühjahr diesen Jahres wurde die Mission in Mali vom Bundestag verlängert und die Zahl der stationierten Soldaten erhöht.

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Deutsche akzeptieren Verteidigungsausgaben eher.

Angesichts der Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr und zunehmender internationaler Krisen wächst bei den Deutschen die Bereitschaft, höhere Verteidigungsausgaben zu akzeptieren. In einer Umfrage des Instituts Kantar Public im Auftrag der Körber-Stiftung sprechen sich 43 Prozent dafür aus, mehr Geld in die Bundeswehr zu stecken. Vor einem Jahr waren es nur 32 Prozent. Für eine Senkung der Verteidigungsausgaben sind nur 14 Prozent, für eine Beibehaltung des bisherigen Niveaus 40 Prozent.

Trotzdem ist laut Umfrage eine wachsende Mehrheit dagegen, dass sich Deutschland stärker in der Krisenbewältigung engagiert. 55 Prozent vertreten die Meinung, dass hier eher Zurückhaltung geboten ist. 2017 waren es noch 52 Prozent. Nur 41 Prozent plädieren für ein stärkeres deutsches Engagement.

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Deutschland wird von den USA massiv unter Druck gesetzt, seine Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Derzeit betragen sie nur 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und liegen damit deutlich unter der von der Nato angestrebten Zielmarke von zwei Prozent. Trotz Aufstockung des deutschen Verteidigungshaushalts zeichnet sich eine deutliche Anhebung des BIP-Anteils bisher nicht ab, da parallel auch die Wirtschaftskraft steigt.

Von RND/dpa/lf

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