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Bundeswehr setzt auf Einwanderer

Generalinspekteur lobt Integration Bundeswehr setzt auf Einwanderer

Die Bundeswehr wird vielsprachig: In einigen Bereichen der Truppe hat bereits jeder fünfte Soldat einen Migrationshintergrund. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sprach sich der Generalinspekteur in Kiel für die Fortsetzung dieses Kurses aus. „Das ist gelebte Integration“, sagte Volker Wieker.

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In einigen Bereichen der Truppe hat bereits jeder fünfte Soldat einen Migrationshintergrund.

Quelle: dpa

Kiel. Die Bundeswehr sucht weiter gutes Personal. Da kommen die wachsenden Bewerberzahlen von jungen Männern mit Migrationshintergrund genau zum richtigen Zeitpunkt. Besonders für die Laufbahnen der Mannschaften und Unteroffiziere bewerben sich immer mehr Bewerber mit ausländischen Wurzeln. „Der Anteil der Soldaten an der Gruppe der freiwillig Wehrdienstleistenden liegt inzwischen bei 20 Prozent“, sagte Wieker beim Nordforum der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kiel. Diese Zahl werde steigen, da die demografische Entwicklung klare Zeichen setze. „Über ein Drittel der heute unter Fünfjährigen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund“, merkte Wieker an.

Die Erfahrungen in der Truppe seien positiv. „Diese Form der Integration ist eine, die wir alle sehr begrüßen. Die Form des Dienens zeigt die ganz besondere Verbundenheit dieser Menschen mit unserem Land“, so Wieker. Der Generalinspekteur verwies auf den Fall eines libanesisch-stämmigen Oberfeldwebels, der im Gefecht in Afghanistan selbst verwundet wurde, als er angeschossenen Kameraden helfen wollte.

Trotz Reform und Reduzierung braucht die Truppe weiter pro Jahr rund 20000 Zeitsoldaten und freiwillige Wehrpflichtige. Um eine vernünftige Auswahl zu haben, seien laut Wieker 60000 Bewerber erforderlich. Ein Sprecher des Ministeriums stellte klar, dass jeder Bewerber die deutsche Staatsbürgerschaft benötige. Außerdem müssten alle Bewerber die gleichen Anforderungen erfüllen, da werde kein Unterschied zwischen Frauen und Männern oder Bewerbern mit Migrationshintergrund gemacht.

Zustimmung gibt es dafür vom Wehrbeauftragten. „Der Wehrbeauftragte hatte sich immer für eine stärkere Öffnung der Streitkräfte für Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund ausgesprochen“, sagte Sebastian Hille, Sprecher des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH