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Politik Der Digitalpakt für die Schulen ist überfällig
Nachrichten Politik Der Digitalpakt für die Schulen ist überfällig
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20:00 23.11.2018
Neuland für viele Schulen: Kommt der Digitalpakt jetzt wirklich? Quelle: Patrick Seeger/dpa
Berlin

In der Schule musste man nachsitzen, wenn man sich unmöglich verhalten hat. Auch die deutsche Politik musste in den vergangenen Monaten nachsitzen, weil sie sich mit einer lösbaren Aufgabe viel zu lange Zeit gelassen hat.

In Sonntagsreden sprechen alle Politiker darüber, dass die Bildung erste Priorität im Land haben muss. Gemessen daran haben große Koalition sowie FDP und Grüne erstaunlich lang dafür gebraucht, um sich auf etwas zu einigen, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: dass der finanzstarke Bund den Ländern in einer so wichtigen Frage wie der Bildung mehr helfen darf. Ja – was denn sonst?

Jetzt kommt es auf den Bundesrat an

Es gibt wohl keine Mutter und keinen Vater, der sagt: „Wenn das Geld vom Bund kommt, möchte ich nicht, dass die Situation meiner Kinder in der Schule sich bessert.“ So dürfte es auch beim geplanten Digitalpakt sein, der jetzt hoffentlich im kommenden Jahr Wirklichkeit wird. Es ist überfällig, dass Tablets, Computer und sinnvolle pädagogische Konzepte für ihren Einsatz in der Schule endlich ein normaler Teil des Schulalltags werden. Sie ersetzen Tafel und Kreide nicht, aber können sie sinnvoll ergänzen. Es ist erschütternd, dass all das immer noch Neuland in den meisten Schulen ist.

Gebremst haben vor allem CDU und CSU – weil sie sich traditionell für die Bildungshoheit der Länder einsetzen. Nur: Diese alleinige Bildungshoheit der Länder hat den Praxistest nicht bestanden. Es ist also gut, dass die Union sich nun ein Stück bewegt hat.

Kommt der Digitalpakt jetzt also auf jeden Fall? Die Zwei-Drittel-Mehrheit für die Grundgesetzänderung im Bundestag ist gesichert – der Bundesrat muss sich jetzt sortieren. Die Regierungschefs der Länder sollten allerdings gewarnt sein. Niemand würde es verstehen, wenn sie die helfende Hand des Bundes aus Prinzip am Ende zurückweisen sollten – zulasten der Schüler.

Von Tobias Peter/RND

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