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Politik Der Luftverkehrsgipfel ist nur eine unverbindliche Show
Nachrichten Politik Der Luftverkehrsgipfel ist nur eine unverbindliche Show
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17:48 05.10.2018
Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (CSU) Quelle: Georg Wendt/dpa
Berlin

Der Hamburger Luftverkehrsgipfel hat alles andere gebracht als ein wuchtiges Maßnahmenpaket gegen Flugausfälle und Verspätungen. Hätten die relevanten Beteiligten – Politik, Airlines, Flughäfen und Flugsicherung – in den vergangenen Jahren ihre Hausaufgaben gemacht, wäre das Treffen ohnehin nicht nötig gewesen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer liebt Gipfel, und das nicht nur, weil er aus Bayern kommt. In der Politik dienen Spitzentreffen und Runde Tische vor allem einem Zweck: Sie sollen beruhigen. Es geht um das Signal, dass ein Problem erkannt ist und an Lösungen gearbeitet wird.

Die Wahrheit ist aber, dass sich die Schwierigkeiten den Flugausfällen im Luftraum über Deutschland und Europa nicht über Nacht beseitigen lassen. Mit Frusterlebnissen wie im zurückliegenden Sommer werden Urlauber und Berufspendler erst einmal leben müssen.

Der Druck des Wettbewerbs hat nicht zu mehr Pünktlichkeit geführt

Der Fachkräftemangel bei den Fluglotsen ist inzwischen so groß, dass selbst eine beherzte Ausbildungsoffensive ihn nicht kurzfristig beseitigen kann. Dass die Airlines versprechen, ihre Flugzeugdispositionen auf den Prüfstand zu stellen, um das Risiko von Kettenverspätungen zu minimieren – schön und gut. Man fragt sich allerdings, warum sie es nicht längst getan haben.

Wahrscheinlich deshalb, weil der wirtschaftliche Anreiz fehlt. Der Druck des Wettbewerbs hat jedenfalls bislang nicht zu mehr Pünktlichkeit und Verlässlichkeit für Reisende geführt.

Entschädigungen könnten ein Regulativ sein. Aber nur dann, wenn die Airlines auch fürchten müssten, dass die Kunden ihre Ansprüche auch geltend machen. In der Praxis scheitert dies aber komplizierten Verfahren und überbordender Bürokratie. Die Bundesregierung täte deshalb gut daran, sich in Europa für Fluggastrechte einzusetzen, die ihren Namen auch verdienen. Das wäre mehr als jede Gipfel-Show.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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