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Politik Deutsche Botschaft im Sudan attackiert
Nachrichten Politik Deutsche Botschaft im Sudan attackiert
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17:01 14.09.2012
Ein Mann schreit Parolen nachdem aufgebrachte Protestler Feuer in der deutschen Botschaft im Sudan gelegt haben. Quelle: Stringer, dp

Die Demonstranten legten Feuer, rissen die deutsche Flagge herunter und ersetzten sie durch eine schwarze Fahne. Die Polizei setzte Tränengas ein, konnte die Angreifer aber offenbar nur mit Mühe abwehren. Auch die britische Botschaft in Khartum wurde attackiert.

Angehörige der deutschen Botschaft wurden nach Angaben von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nicht verletzt. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Sicherheit", sagte er am Freitag in Berlin. Dies habe ihm der deutsche Botschafter in Khartum versichert.

Aufgebrachte Demonstranten hätten Teile der Botschaft in Brand gesetzt, sagte Westerwelle. Von der sudanesischen Regierung verlangte er, die Sicherheit der Botschaft und deren Integrität wiederherzustellen. Der Außenminister verurteilte das Schmähvideo gegen den Propheten Mohammed aufs Schärfste. Aus Sorge vor Übergriffen war der sudanesische Botschafter in Berlin schon vor dem Sturm auf das Gebäude einbestellt worden.

Die sudanesische Regierung hatte den Internet-Film nach einem Bericht der Zeitung "Sudan Tribune" am Donnerstag scharf verurteilt. Islamistische Gruppen hatten daraufhin zu gewaltsamen Protesten nach dem Freitagsgebet aufgerufen. Sie forderten zudem die Ausweisung des amerikanischen und des deutschen Botschafters. Bereits am Mittwoch hatten hunderte aufgebrachte Moslems vor der US-Botschaft in Khartum protestiert.

Die höchste Behörde der sudanesischen Islamisten (CIJ) bezeichnete den Film als weitere "himmelschreiende Aggression seitens der Feinde des Islam gegen den Unantastbaren". Die CIJ bezog sich auch auf angebliche beleidigende Mohammed-Cartoons an Wänden von Berliner Moscheen.

Die deutsche Botschaft in Khartum ist freitags normalerweise geschlossen. Nach Angaben des Auswärtigen Amts hielt sich Botschafter Rolf Welberts zum Zeitpunkt der Angriffe nicht auf dem Gelände auf. Für Sonntag haben islamistische Gruppen zu neuen Protesten vor der Botschaft aufgerufen.

dpa

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