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Politik Deutsche sollen für IS-Sittenpolizei gearbeitet haben
Nachrichten Politik Deutsche sollen für IS-Sittenpolizei gearbeitet haben
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16:39 28.07.2017
Dieses Foto der Sittenpolizei Khansa-Brigade kursiert bereits seit 2014. Quelle: dpa
Stuttgart

Die vier deutschen Frauen, die in Mossul festgenommen wurden, sollen laut Medieninformationen für die Sittenpolizei des Islamischen Staats tätig gewesen sein. Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ beruft sich auf Informationen deutscher Sicherheitsbehörden.

Demnach waren die Frauen für die Khansa-Brigade tätig, die dafür sorgt, dass Frauen in den vom Islamischen Staat besetzten Gebieten strenge Kleidungsvorschriften einhalten. Die reine Fraueneinheit war in Mossul und ist in Al-Rakka in Syrien tätig. Vollverschleierung ist in den IS-Gebieten Pflicht, Make-up ist verboten. Frauen, die sich nicht an die strengen Vorschriften halten, werden festgenommen und geschlagen.

Drei der Frauen stammen aus Sachsen und Mannheim

Während Medien in der letzten Woche bereits die 16-Jährige Schülerin Linda aus Sachsen identifiziert hatten, ist nun auch klar, woher zwei der anderen Deutschen stammen. Nach einem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ kommen sie aus aus Mannheim. Deutsche Sicherheitsbehörden hätten die beiden Frauen identifiziert, die seit etwa zwei Wochen im Irak als mutmaßliche Anhängerinnen der Terrormiliz Islamischer Staat inhaftiert sind, schreibt die Zeitung.

Die jesidische Abgeordnete im irakischen Parlament, Vian Dakhil, verbreitete vor zehn Tagen dieses Bild, das die festgenommene Linda zeigen soll. Dakhil bezeichnete das Kind damals als „Scharfschützin“. Quelle: Screenshot/Twitter

Demnach handele es sich um die 50-jährige Lamia und ihre 21-jährige Tochter Nadia. Die Deutschen mit marokkanischen Wurzeln seien in Mannheim gemeldet und wiederholt im Umfeld einer Moschee aufgetaucht, die der salafistischen Szene zugerechnet wird.

Ermittlungsverfahren sind eingeleitet

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sagte dem Blatt, die Justiz habe ein Ermittlungsverfahren gegen die Mannheimerinnen und zwei weitere Frauen aus Deutschland eingeleitet, die mit ihnen festgenommen worden waren. Der Generalbundesanwalt ermittelt demnach wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Zur Identität der Mannheimerinnen wollte sich der Sprecher mit Blick auf den Ermittlungsstand nicht äußern.

Von RND/dpa