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Politik Die Vereinigten WM-Staaten von Amerika
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08:01 15.06.2018
Gianni Infantino, FIFA-Präsident, kommt zu einem Kongress des Fußball-Weltverbands am Vortag der Eröffnung der Fußball-WM. Im Fokus des Kongresses stand die Wahl des Gastgebers der WM 2026. Quelle: dpa
Washington

Mit seinen Drehungen und Wendungen bringt Donald Trump seine Landsleute ganz schön durcheinander. Gerade noch hatte er den kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau als schwach beschimpft und den Mexikanern vorgeworfen, nur Vergewaltiger und Räuber über die Grenze zu schicken, da kommt plötzlich die Zusage, dass die drei nordamerikanischen Staaten die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gemeinsam ausrichten dürfen.

Sicherlich besitzt Fußball in den Vereinigten Staaten nicht den gleichen Stellenwert wie in Europa. Aber „Soccer“ wird immer populärer und steht vor allem bei amerikanischen Schülerinnen und Schülern ganz oben auf der Favoritenliste. Zu den Fans dieser Sportart zählt offenbar auch der Präsident persönlich: Gleich dreimal hatte sich Trump im Vorfeld der Entscheidung in längeren Briefen (und nicht per kurzem Tweet) an Fifa-Chef Gianni Infantino gewandt und die Großzügigkeit und Toleranz Amerikas gepriesen. „Selbstverständlich“, so der Chef des Weißen Hauses, könnten die Mannschaften und Fans aus aller Welt während des Turniers in die Vereinigten Staaten einreisen.

Die selbst erlassenen Einreiseverbote sind offenbar vergessen. Auch will Trump die afrikanischen und mittelamerikanischen Länder offenbar nicht länger als „Dreckslöcher“ bezeichnen. Stattdessen kündigt er neue Stadien und Hotels im gesamten Land an. Ob sich seine private Trump Organization an den Vorhaben beteiligt, ist – noch – nicht bekannt.

Es bleiben ja noch einige Jahre, um sämtliche Fragen zu klären. Was geschieht beispielsweise mit der Mauer an der Grenze zu Mexiko? Wird sie durch die Kraft des Sport wieder eingerissen?

Von Stefan Koch

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