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Politik EU-Verkehrsminister fordern mehr Zeit für die Zeitumstellung
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16:42 29.10.2018
Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, schon ab 2019 nicht mehr an der Uhr zu drehen. Der Großteil der EU-Länder aht bei diesem Zeitplan Bedenken. Quelle: Antti Aimo-Koivisto/Lehtikuva/dpa
Graz

Im Kreis der EU-Verkehrsminister gibt es einige Skepsis bei der möglichen Abschaffung der Zeitumstellung im kommenden Jahr. Der Großteil der EU-Länder habe beim Zeitplan Bedenken, sagte Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer am Montag bei einem informellen Treffen mit seinen EU-Amtskollegen in Graz. Für eine Änderung ab 2021 habe es hingegen breitere Zustimmung gegeben. Österreich hat derzeit den Vorsitz unter den EU-Ländern inne. Bis Ende des Jahres soll eine gemeinsame Haltung gefunden werden.

Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, schon ab kommendem Jahr nicht mehr an der Uhr zu drehen. Die Staaten sollen stattdessen wählen können, ob sie künftig immer Winter- oder Sommerzeit haben wollen. Die Länder mit permanenter Sommerzeit würden dann im März ein letztes Mal die Zeit umstellen, die mit ewiger Winterzeit im Oktober 2019. 

Nur ein Prozent der EU-Bevölkerung stimmte ab

Die Brüsseler Behörde hatte den Vorschlag eingebracht, nachdem sich in einer Online-Befragung mehr als 80 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung ausgesprochen hatten. Rund 4,6 Millionen Antworten gingen bei der Kommission ein - ein Rekord bei derartigen Umfragen. Dennoch entspricht dies nicht einmal einem Prozent der EU-Bevölkerung. Drei Millionen Teilnehmer kamen aus Deutschland. EU-Staaten und Europaparlament müssten mehrheitlich zustimmen, damit die Vorschläge der EU-Kommission umgesetzt werden könnten.

Briten, Polen und Schweden hätten noch einige grundsätzliche Bedenken, sagte Hofer weiter. In etlichen Ländern stehen die Diskussionen zudem noch am Anfang. Es sei eine gründliche öffentliche Debatte nötig, die habe es in seinem Land noch nicht gegeben, sagte etwa der dänische Verkehrsminister Ole Birk Olesen. Ähnlich äußerte sich Zyperns Ministerin Vassiliki Anastassiadou.

Zuletzt hatte es etwa aus der Luftfahrtbranche zunehmende Besorgnis gegeben. Beim Verhandeln und Festlegen der Flugslots sei etwa mehr Zeit nötig, hieß es.

Es gibt drei Zeitzonen in der EU

Das Vorsitzland Österreich äußerte sich optimistischer. „Im Ziel werden wir es schaffen, die Zeitumstellung zu beenden“, sagte Hofer. Es dürfe aber kein Flickenteppich verschiedener Zeitzonen entstehen. Zu diesem Zweck solle die EU-Kommission nun einen Koordinator einsetzen, der die Staaten unterstützen solle, harmonisiert vorzugehen.

Schon jetzt gibt es drei Zeitzonen in der EU: In Deutschland und 16 weiteren Staaten gilt dieselbe Zeit. Acht Länder - unter ihnen etwa Estland, Griechenland und Zypern - sind eine Stunde voraus. Drei Staaten sind eine Stunde zurück, nämlich Irland, Portugal und Großbritannien.

Ursprüngliches Ziel der Umstellung: Energie sparen

In Deutschland gibt es die Sommerzeit seit 1980. Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück. Dadurch soll das Tageslicht besser genutzt und Energie gespart werden. Der tatsächliche Nutzen ist der EU-Kommission zufolge jedoch verschwindend gering.

EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc betonte, die Brüsseler Behörde bemühe sich weiter um eine Abschaffung der Zeitumstellung schon im kommenden Jahr. Beim nächsten Treffen der zuständigen Minister im Dezember sollten die nächsten Schritte beschlossen werden.

Von RND/dpa

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