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19:06 12.03.2019
Eckart von Hirschhausen mit Luisa Neubauer und Jakob Blasel von „Fridays for Future“ und Wissenschaftskollegen. Quelle: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
Berlin

Sein Ruf als wissenschaftlich fundierter Spaßmacher hat ihn erst zum Entertainer gemacht, dann zum Bestseller-Autor und einem der bekanntesten deutschen TV-Gesichter. Nun will sich Eckart von Hirschhausen, 51, offenbar bei der Wissenschaft revanchieren: Als am Dienstag in Berlin ein Appell vorgestellt wurde, mit dem mehr als 12.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Schülerbewegung „Fridays For Future“ unterstützen, trat der promovierte Mediziner Hirschhausen als ihr Gesicht und Sprecher auf.

„Wir sind die Profis und wir sagen: Die junge Generation hat Recht“, brachte er die Botschaft der Unterzeichner auf den Punkt. Sie selbst nennen sich „Scientists for Future“, decken nach eigenen Angaben alle Disziplinen ab, und wollen damit den Zehntausenden jugendlichen Klima-Aktivisten beispringen, die freitags für ihre Demos die Schule schwänzen und deshalb viel Kritik und Herablassung von den Älteren kassieren.

Der TV-Moderator vermittelt

Der gerade bei älteren Semestern beliebte ARD-Doktor Hirschhausen bietet sich nun als humorvoller Vermittler an. Schon sein Eingangsstatement löste Schmunzeln aus: Es war eine Anspielung auf FDP-Chef Lindner, der getwittert hatte, die Schüler verstünden nichts vom technisch und ökonomisch Machbaren: „Das ist eine Sache für Profis.“

Hirschhausen dagegen lebt davon, dass die Profis aus Wissenschaft und Forschung ihre Botschaften oft nicht so knackig vermitteln wie ein Lindner. Schon in den 90ern hatte der TV-Spaßmacher während Studium und Promotion in Berlin, Heidelberg und London als Comedian die Medizin gleichzeitig verulkt und erklärt. Die Bücher, die er daraus machte („Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“) wurden in den 2000er Jahren Bestseller, es folgten Shows bei RTL und ARD („Frag doch mal die Maus“).

Hirschhausen liefert Zitate

Zur Unterstützung der Klima-Aktivisten kam er mit drei klassischen Wissenschaftlern. „Wir sehen nicht nur das technisch Machbare und das ökonomisch Sinnvolle, sondern auch das ökologisch Notwendige“, erklärte die Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen, Maja Göpel. Und Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme der HTW Berlin, betonte, dass Deutschland für seine Klimaziele bis 2030 auf Kohle verzichten muss.

Aber von Hirschhausen kamen die meistzitierten Sätze, die das Anliegen der Schüler und den Appell der Wissenschaftler ans ältere Publikum vermittelten: „Der Klimawandel ist die größte Gesundheitsgefahr“, sagte er als Mediziner, verwies auf steigenden Wasser- und Nahrungsmangel und auf Hitzetote. „Das trifft nicht nur Eisbären.“

Lesen Sie auch: Der Klimawandel wird immer mehr zur Gefahr für die Gesundheit

Von Elena Butz/RND

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