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Politik Ecuador rückt von Verzicht auf Erdölförderung im Yasuní-Park ab
Nachrichten Politik Ecuador rückt von Verzicht auf Erdölförderung im Yasuní-Park ab
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09:39 17.08.2013
Demonstranten vor dem Amtssitz des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa wehren sich gegen dessen Pläne, mit der Ausbeutung der Erdölvorkommen im Amazonas zu beginnen. Quelle: Jose Jacome
Quito

Diese sah den Verzicht auf die Ausbeutung der Ölreserven in dem Unesco-Biosphärenreservat Naturpark vor.

Im Gegenzug sollten die Industrienationen einen solidarischen Ausgleichsbetrag in einen Fonds einzahlen. In sechs Jahren seien mit 13,3 Millionen Dollar (knapp 10 Mio Euro) nur 0,37 Prozent des erwarteten Betrags eingegangen, kritisierte Correa, wie die Zeitung "El Telégrafo" am Freitag berichtete.

"Die Welt hat uns enttäuscht", erklärte der Staatschef. Ecuador brauche aber den Ertrag der drei Erdölfelder, um gegen die Armut zu kämpfen. Bei Probebohrungen im Yasuní-Nationalpark waren drei Ölquellen entdeckt worden: Ishpingo, Tambococha und Tiputini (ITT), nach denen auch die ITT-Initiative benannt wurde.

Correa unterzeichnete ein Dekret, um die Genehmigung des Parlaments für die Ausbeutung der Erdölfelder einzuholen. Die ecuadorianische Verfassung verbietet die Erschließung von Naturressourcen in geschützten Gebieten ohne parlamentarische Zustimmung. Correa verfügt über eine breite Mehrheit im Kongress.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung warf Correa eine "Doppelstrategie" vor und forderte die ecuadorianische Regierung auf, "dieses einzigartige Gebiet zu schützen". Deutschland habe Unterstützung bei Projekten für die Biodiversität und die indigene Bevölkerung im Umfang von 34,5 Millionen Euro zugesagt. Es sei, "völlig unverständlich und ärgerlich, dass Präsident Correa offenbar mit der Absicht zur Ölförderung unsere getroffene Vereinbarung jetzt in Frage stellt", erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Kopp.

Von der Erschließung würden nur 0,1 Prozent des Parks beeinträchtigt, hieß es in Quito. Der Gewinn aus den Ölfelder werde auf 18,3 Milliarden Dollar (knapp 14 Mrd Euro) geschätzt, von denen 1,6 Milliarden an die autonomen Regionalregierungen im Amazonas-Gebiet gehen sollen.

Die Bohrungen sollen in den 17 Hektar großen Erdölfeldern von Tiputini und Tambococha aufgenommen werden, am Ufer des Napo-Flusses im nordöstlichen Winkel des Parks. Die Erdölvorkommen in diesen beiden Feldern werden auf 420 Millionen Barrel geschätzt, im Yasuní-Park insgesamt sollen es 920 Millionen Barrel sein. Mit der Förderung soll in fünf Jahren begonnen werden.

Der Yasuní-Nationalpark im Nordosten Ecuadors ist Heimat für ein Drittel aller im Amazonasgebiet vorkommenden Säugetiere. Allein 28 bedrohte Wirbeltierarten von der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN leben dort.

Deutschland hatte 2012 eine Teilnahme an der ITT-Initiative abgelehnt. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) warf der ecuadorianischen Regierung vor, inakzeptable Bedingungen für die Hilfen gestellt zu haben.

dpa

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