Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Politik Elektro-Autos kommen schwer in Fahrt
Nachrichten Politik Elektro-Autos kommen schwer in Fahrt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:03 20.04.2018
Von Christian Hiersemenzel
Aktuell verfügt die öffentliche Hand im Norden über gerade einmal 35 Elektrofahrzeuge – bei 2000 Dienstfahrzeugen insgesamt. Quelle: Jan Woitas/dpa (Symbolbild)
Kiel

Nach Angaben des Finanzministeriums sind das in diesem Jahr 49. Aktuell verfügt die öffentliche Hand im Norden über gerade einmal 35 Elektrofahrzeuge – bei 2000 Dienstfahrzeugen insgesamt.

Drei E-Fahrzeuge nutzt das Umweltministerium, jeweils eins das Landeslabor und das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, elf das Landes-Gebäudemanagement (GMSH), 17 fahren für die Städte und Gemeinden. Die Landespolizei verfügt über zwei – von insgesamt 1300 im Bestand: Eines davon ist auf Helgoland unterwegs.

Jamaika will bei der E-Mobilität durchstarten“, sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) unserer Redaktion. „Besonders in den Städten muss die Luft endlich wieder sauberer werden.“ Deshalb freue sie sich, dass in dieser Woche die Zuschläge für neue Rahmenvereinbarungen in Sachen E-Fahrzeugen erteilt wurden. Im Februar hatte die GMSH eine Ausschreibung über Kauf und Leasing veröffentlicht.

Das Land Niedersachsen legt vor

Das Land Niedersachsen hatte in der vergangenen Woche einen großen Wurf hingelegt: Dort lässt sich die Polizei beim Kauf von 185 elektrobetriebenen Einsatzfahrzeugen massiv aus Berlin unterstützen. Die Bundesregierung schüttet über ihr Sofortprogramm „Saubere Luft 2017-2020“ Fördermittel in Millionenhöhe aus. Niedersachsen zahlt von den 3,2 Millionen Euro Gesamtkosten gerade einmal 25 Prozent aus eigener Tasche – und schafft zusätzlich 188 weitere Ladestationen an.

„Sobald wir wissen, welche Fahrzeuge wir zu welchen Konditionen beschaffen können, werden wir versuchen, an dem Förderprogramm zu partizipieren“, versicherte Heinold. Derzeit werde die Errichtung neuer Ladesäulen an bis zu 100 Standorten geprüft. Die Installation solle noch in diesem Jahr beginnen. Schleswig-Holsteins Polizei hält sich allerdings vorerst zurück. Man führe „keinen Alleingang durch“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Bevor für den Betrieb nicht die nötigen Ladestationen vorhanden seien, stelle „sich die Frage zu beschaffender E-Fahrzeuge in größerem Umfang nicht“.

Landesregierung dürfe nicht auf der Leitung stehen

Der BUND äußerte daran massive Kritik. „Wir erwarten, dass die vollmundigen Ankündigungen schnell auf der Straße ankommen“, sagte Pressesprecher Tobias Langguth und forderte, dass der Fuhrpark bis 2020 weitgehend auf E-Fahrzeuge umgestellt werde. Die Polizei habe doch klar definierte Einsatzgebiete. Sandra Redmann (SPD) formulierte es ähnlich drastisch: „Die Landesregierung darf beim Abrufen möglicher Bundesmittel nicht länger auf der Leitung stehen.“

Die Jamaika-Koalition hat zehn Millionen Euro bis zum Ende der Legislatur für die Fortschreibung der E-Mobilitätsstrategie eingeplant. Oliver Kumbartzky (FDP) kritisierte, dass die Bundesregierung ausschließlich Batterieautos unterstütze. Benötigt würden auch Fördermittel bei der Umwandlung elektrischer Energie in diverse andere Speicherformen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der ehemalige Bürgermeister von New York wird künftig das Anwaltsteam von US-Präsident Donald Trump verstärken. Rudy Giuliani unterstützt die Verteidigung in der Russland-Affäre.

20.04.2018

Zwei Tage führt Olaf Scholz die SPD noch kommissarisch. Nach dem Willen der Parteispitze soll ihn dann Andrea Nahles ablösen. Die gibt sich selbstbewusst. Einer Umfrage zufolge zweifeln aber viele an ihr als Hoffnungsträgerin der gebeutelten Partei.

20.04.2018

Nach dem Skandal um Cambridge Analytika denkt die Politik über die Reglementierung von Algorithmen nach: Um Meinungsmanipulation vorzubeugen, soll sichergestellt werden, dass Google, Facebook und Co mit ihren Filtern niemanden diskriminieren. Das wird kaum gelingen, meint unser Gastautor Tobias Gostomzyk.

20.04.2018