Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Politik Serie von rechtsextremen Drohmails – auch an Helene Fischer
Nachrichten Politik Serie von rechtsextremen Drohmails – auch an Helene Fischer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:21 14.03.2019
Helene Fischer steht bei der Aufzeichnung der Helene Fischer Show auf der Bühne. Auch sie soll bedroht worden sein. Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa
Berlin

Seit mehreren Wochen gibt es nach Medienberichten eine bundesweite Serie mutmaßlich rechtsextremer Gewaltdrohungen gegen Politiker und andere öffentlich herausgehobene Personen. Zu den Betroffenen soll demnach auch Sängerin Helene Fischer zählen, die nach den Ausschreitungen in Chemnitz im vorigen September auf einem Konzert gegen Fremdenfeindlichkeit auftrat.

Es gehe um mehr als 100 verschickte E-Mails, die mit „Nationalsozialistische Offensive“, „NSU 2.0“ oder „Wehrmacht“ unterzeichnet worden seien, berichteten am Mittwochabend die „Süddeutsche Zeitung“ und der NDR. Darunter seien auch Bombendrohungen. Bei Durchsuchungen seien aber bisher keine Bomben gefunden worden.

Wegen entsprechender Drohungen seien am Montag der Hauptbahnhof Lübeck sowie am Dienstag das Finanzamt Gelsenkirchen vorsorglich geräumt worden, hieß es.

Bombendrohungen wohl auch an Gerichte und Justizzentren

Mindestens fünfzehn Mal sollen seit Dezember Bombendrohungen mit dem Absender „Nationalsozialistische Offensive“ auch bei Gerichten oder Justizzentren eingegangen sein, unter anderem beim Oberlandesgericht München, dem Oberlandesgericht Bamberg, der Staatsanwaltschaft in Frankfurt, aber auch beim Flughafen Hamburg.

Die Bundesanwaltschaft hat den Berichten zufolge einen Prüfvorgang angelegt. Ein Sprecher der Karlsruher Behörde wollte sich auf Anfrage zu den Berichten nicht näher äußern, verwies aber auf die örtlichen Staatsanwaltschaften.

NSU-Opferanwältin erhielt mehrfach Drohungen

Den Berichten zufolge haben sich die Generalstaatsanwälte der Länder geeinigt, die Ermittlungen gebündelt bei der Berliner Staatsanwaltschaft zu führen (Aktenzeichen 231 UJs. 181/19). Von dort war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Anfang des Jahres hatte auch die NSU-Opferanwältin Seda Basay-Yildiz Drohfaxe erhalten – sie waren mit NSU 2.0 unterzeichnet. Ob dies miteinander zusammenhängt, ist derzeit unklar.

Lesen Sie auch: Anwältin erhält erneut Drohfax vom „NSU 2.0“

Von RND/dpa