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09:00 23.07.2018
Ein CDU Landesparteitag in Neumünster: Vor dem Saal sind Stände von Unternehmen und Verbänden aufgebaut. Quelle: Frank Peter
Kiel

Auf Nachfrage bestätigten CDU, SPD, Grüne und FDP, dass sie am Rand ihrer Parteitage Standflächen an kommerzielle Aussteller vermieten. Diese zahlen für die politische Landschaftspflege bis zu einige Tausend Euro je Auftritt.

Marktführer beim Parteitagsgeschäft ist die CDU. Sie konnte nach Angaben ihres Sprechers Max Schmachtenberg bei den vergangenen Parteitagen zwischen vier und sechs kommerzielle Aussteller begrüßen, darunter den Automatenverband Schleswig-Holstein, den Energiekonzern Vattenfall oder den Bundesverband Windenergie (BWE). Die CDU macht kein Geheimnis daraus, was ihre Parteitage kosten (jeweils etwa 26000 Euro) und dass sie diese Großveranstaltungen auch mit Hilfe von Firmen und Verbänden bezahlt.

Platz für kommerzielle Aussteller

Die SPD backt kleinere Brötchen. Nach Auskunft ihres Landesschatzmeisters Stefan Bolln hatten zuletzt bei Parteitagen jeweils zwei oder drei Lobbyisten Stände „im Messebereich“ aufgebaut. „Messebereiche sind angesichts der hohen Kosten eines Landesparteitags für dessen Refinanzierung nicht entscheidend.“ Grünen-Landeschefin Ann-Kathrin Tranziska legt Wert darauf, dass ihre Partei auf das Geld kommerzieller Aussteller nicht angewiesen ist. „Wir kalkulieren nicht mit diesen Einnahmen.“ Gleichwohl sind auch bei der Öko-Partei die Zeiten vorbei, in denen nur kleine Vereine und Bürgerinitiativen im Vorraum eines Parteitags ihre Büchertische aufstellten. In diesem Jahr gesellte sich erstmals der auch im Atom-Geschäft tätige Energiekonzern Vattenfall zum Windenergie-Dauergast BWE.

Die FDP ist mehr als zugeknöpft. Ihr Landesgeschäftsführer Jan Voigt mag nur bestätigen, dass es auf den vergangenen drei Parteitagen jeweils einen Aussteller gab.

Von Ulf Christen

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