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Politik Kretschmann begrüßt angekündigte Schließung des Akw Fessenheim
Nachrichten Politik Kretschmann begrüßt angekündigte Schließung des Akw Fessenheim
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16:04 27.11.2018
Das Atomkraftwerk Fessenheim (Frankreich). Quelle: Patrick Seeger/dpa
Freiburg

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) begrüßt die Ankündigung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, das umstrittene Atomkraftwerk Fessenheim stillzulegen. Das soll im Sommer 2020 geschehen, kündigte Macron am Dienstag in Paris an. Kretschmann sagte: „Ich finde es höchst erfreulich, dass jetzt ein konkreter Termin genannt wurde. Allerdings ist ja schon mal einer genannt worden, damals von Präsident Hollande. Wir jedenfalls machen bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit Druck, damit Fessenheim endlich stillgelegt wird. Auch wenn wir als direkter Nachbar unmittelbar betroffen sind, ist das letztlich die alleinige Entscheidung Frankreichs. Ich hoffe, dass es sich jetzt um einen verbindlichen Termin handelt, der auch eingehalten und nicht wieder in Frage gestellt wird.“ Frankreich hatte die Schließung bereits beschlossen, aber bisher keinen konkreten Termin zur Abschaltung genannt. Der frühere Staatschef Francois Hollande hatte einmal von eine Stillegung 2016 gesprochen, der Termin verstrich aber folgenlos. Fessenheim ist Frankreichs ältestes noch laufendes Atomkraftwerk. Es ging 1978 ans Netz. Es ist besonders störanfällig und gilt Kritikern schon seit Jahrzehnten als Risiko-Reaktor.

Wegen der Lage im Dreiländereck zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz war das Kraftwerk immer ein internationales Politikum. Mehrere deutsche Städte wie Freiburg und Breisach und die drei Schweizer Kantone Basel-Stadt, Basel-Land und Jura forderten offiziell die Schließung.

Frankreich betreibt 58 Atomreaktoren - nur die USA haben mehr. Mehr als 70 Prozent der französischen Stromproduktion kommen aus Kernkraft. Die französische Regierung will diesen Anteil mittelfristig auf 50 Prozent drücken. I Bis zum Jahr 2035 soll nach Macrons Willen fast jeder vierte Atomreaktor im Land abgeschaltet werden. Betroffen wären 14 von derzeit 58 Reaktoren.

Der beliebte Umweltpolitiker Nicolas Hulot hatte beim seinem Rücktritt als Umweltminister im vergangenen August die Atomkraft als einen „wirtschaftlich und technisch unnützen Wahnsinn“ gegeißelt.

Von RND/lf/jps

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