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Politik Inselstreit entfacht japanfeindliche Proteste in China
Nachrichten Politik Inselstreit entfacht japanfeindliche Proteste in China
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14:56 16.09.2012
Teilweise ging die Polizei mit Tränengas gegen die aufgebrachte Menge vor. Quelle: Lan Qing

Sie schwenkten chinesischen Fahnen und zeigten Mao-Bilder. In Sprechchören forderten sie Japan auf, die Inselgruppe aufzugeben.

Die chinesische Polizei hatte ihre Kräfte in Peking deutlich verstärkt und das Gebiet rund um die japanische Botschaft noch weiträumiger abgesperrt als am Vortag. Die "South China Morning Post" meldete am Sonntag die schwersten Auseinandersetzungen aus Shenzhen, wo die Polizei Tränengas und Wasserwerfer einsetzte, um einige Tausend Demonstranten aus einer Hauptstraße zu vertreiben.

Schon am Samstag war es laut der chinesischen Webseite ifeng.com in mindestens 19 chinesischen Städten zu Protestaktionen gekommen. In Xian zerstörten Demonstranten japanische Autos und Geschäfte. Demonstranten riefen zum Boykott japanischer Waren auf.

Die japanische Botschaft riet Japanern in China davon ab, in der Öffentlichkeit laut Japanisch zu sprechen oder alleine ein Taxi zu benutzen. Sushi-Restaurants in der Nähe der Botschaft versuchten sich mit chinesischen Fahnen gegen Übergriffe zu schützen.

Der Konflikt um die unbewohnten Felsinseln, die in China Diaoyu und in Japan Senkaku heißen, war am Dienstag eskaliert, als die japanische Regierung den Kauf von drei der fünf Inseln von einem Privatmann ankündigte. China entsandte sechs Patrouillenschiffe in das umstrittene Gewässer, das auch von Taiwan beansprucht wird.

Seit Chinas Niederlage im chinesisch-japanischen Krieg 1895 sind die Inseln unter der Kontrolle Tokios. China macht alte Ansprüche aus der Ming-Zeit (1368-1644) auf das Territorium geltend. Das Gebiet gilt wegen seiner reichen Fischgründe und vermuteter Ölvorkommen als strategisch wichtig.

dpa

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