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Politik Knappe Mehrheit für Fehmarnbelt-Tunnel
Nachrichten Politik Knappe Mehrheit für Fehmarnbelt-Tunnel
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11:27 26.04.2016
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Gibt es noch einen Ausweg aus dem Fehmarnbelt-Tunnel? Laut einer KN/LN-Umfrage sind 51 Prozent für das Projekt, 34 Prozent dagegen. Quelle: Femern A/S
Kiel/Lübeck

SPD-Verkehrsminister Reinhard Meyer sieht seinen Kurs, den Bau der Beltquerung gegen alle Proteste und Bedenken voranzutreiben, angesichts der 51 Prozent Zustimmung bestätigt. „Diese Umfrage gibt der schweigenden Mehrheit eine Stimme“, sagt Meyer. Er freue sich sehr über das Ergebnis: „Wir brauchen diese Querung.“ Ganz anders urteilt der Landtagsabgeordnete Andreas Tietze, dessen Grünen-Fraktion den Bau der Beltquerung strikt ablehnt: Es sei den Befürwortern angesichts von 34 Prozent Ablehnung offenbar gerade nicht gelungen, „die Menschen von der Sinnhaftigkeit des Projektes zu überzeugen“.

Auch unter Grünen viele Befürworter

Allerdings: Selbst von den Grünen-Wählern sprechen sich laut Umfrage 39 Prozent für den Bau des Fehmarnbelttunnels aus. 53 Prozent von ihnen sind dagegen. Bei den Anhängern aller anderen Landtags-Parteien sind die Tunnel-Befürworter deutlich in der Mehrheit: Mit 58 zu 34 Prozent bei der SPD, mit 56 zu 27 Prozent bei der CDU und sogar 63 zu 33 Prozent bei der FDP. Die mehrheitliche Zustimmung zu dem sieben Milliarden Euro schweren Infrastrukturprojekt zieht sich zudem durch alle Altersgruppen. Besonders hoch ist sie bei den 30- bis 44-Jährigen mit 59 zu 24 Prozent.

Bei der Wirtschaft in der Region Lübeck kommt das Umfrage-Ergebnis daher gut an. Es sei „eindeutig“, sagt Friederike C. Kühn, die Präses der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck. „Offensichtlich hat auch auf der deutschen Seite des Fehmarnbelts der Optimismus eine Mehrheit, mit welchem die Dänen dieses herausragende Infrastrukturprojekt unbeirrt begleiten.“ Das stimme sie zuversichtlich.

Gegner sollen Entscheidung endlich akzeptieren

„Das Ergebnis kommt zur rechten Zeit und weist eine kritische Minderheit in die Schranken“, sagt auch Bernd Jorkisch, Vorsitzender des Vereins „HanseBelt“. „Das Ergebnis überrascht mich nicht“, äußert Hendrik Kerlen vom „Aktionsbündnis“ gegen die Beltquerung. Er führt es auf die mangelnde Aufklärung der Bevölkerung über Nachteile und Risiken des Projektes zurück. Man werde aber weitermachen, werde sich zum Beispiel in die Planverfahren für den Tunnelbau einmischen. Das wiederum kommt bei der Opposition im Landtag nicht gut an. „Ich fordere die Gegner auf, diese demokratische Entscheidung endlich zu akzeptieren“, sagt der CDU-Verkehrspolitiker Hans-Jörn Arp. Es zeige sich doch, dass sich die Menschen „selbst durch die jahrelange Dagegen-Kampagne die Fehmarnbeltquerung nicht madig machen lassen“.

Von Wolfram Hammer (Lübecker Nachrichten)

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