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Politik Israel entfernt Metalldetektoren am Tempelberg
Nachrichten Politik Israel entfernt Metalldetektoren am Tempelberg
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08:17 25.07.2017
Nach der Entscheidung des israelischen Sicherheitskabinetts begannen Polizisten noch in der Nacht zu Dienstag mit der Entfernung der Metalldetektoren. Quelle: dpa
Jerusalem

Nach den jüngsten Unruhen entfernt Israel die am Tempelberg installierten Metalldetektoren und will sie durch eine andere Technologie ersetzen. Das entschied das israelische Sicherheitskabinett am späten Montagabend, wie israelische Medien berichteten.

Demnach sollen die Metalldetektoren von fortschrittlichen technologischen Geräten abgelöst werden. Das werde „kluge Überprüfung“ überall in der Altstadt Jerusalems ermöglichen, um die Sicherheit der Besucher auf dem Gelände des Tempelbergs zu gewährleisten, hieß es. Polizisten begannen noch in der Nacht zu Dienstag mit der Entfernung der Metalldetektoren.

Neues System kostet weit mehr als 20 Millionen Euro

Zuvor hatten Israels Inlandsgeheimdienst und andere Sicherheitsexperten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gewarnt, der Streit um die Metalldetektoren könne gefährlich eskalieren. Der jüngste Konflikt hatte sich 14. Juli entzündet, als drei arabische Attentäter am Tempelberg zwei israelische Polizisten getötet hatten. Sie wurden dann selbst erschossen. Daraufhin hatte Israel die Metalldetektoren installiert, was die Palästinenser zum Anlass nahmen, zu Unruhen aufzurufen. Dabei kamen nach unbestätigten arabischen Angaben vier palästinensische Angreifer ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Ein 19-Jähriger Palästinenser drang zudem in das Haus einer israelischen Familie ein, die die Geburt ihres Enkelkindes feierte und massakrierte drei Menschen.

Nach Angaben der Zeitungen „Haaretz“ und „Jerusalem Post“ vom frühen Dienstagmorgen wies das israelische Sicherheitskabinett der Polizei und dem Ministerium für Öffentliche Sicherheit umgerechnet rund 24 Millionen Euro (100 Millionen Schekel) zu, um das neue Sicherheitssystem vorzubereiten und zu realisieren.

Die israelische Polizei wird ihre Kräfte auf dem Gelände verstärken, bis die Maßnahmen umgesetzt sind. Das Kabinett habe betont, dass Israel beabsichtige, den Status quo an der heiligen Stätte zu erhalten, berichtete „Haaretz“ unter Berufung auf einen hochrangigen Beamten, der bei dem Treffen dabei war.

UN-Beauftragter mahnt zur Eile

Die technologische Lösung ist Ergebnis intensiver Diskussionen der Polizei mit führenden Sicherheitsfirmen in der vergangenen Woche, um eine Alternative zu den Metalldetektoren zu finden, wie die „Jerusalem Post“ berichtete. Die Technologie – die Hunderte Millionen Schekel kosten werde – beinhalte auch Software zur Gesichtserkennung.

Kurz vor der Entscheidung des Sicherheitskabinetts hatte der UN-Beauftragter für den Friedensprozess im Nahen Osten, Nikolaj Mladenow, eine Lösung für den Konflikt bis Freitag dieser Woche gefordert. „Die Gefahren werden nur eskalieren, wenn wir ohne eine Lösung durch eine erneute Runde der Freitagsgebete gehen“, sagte er in New York.

Zuvor hatte Mladenow den UN-Sicherheitsrat hinter verschlossenen Türen über die aktuelle Lage im Nahen Osten unterrichtet. Schweden hatte zusammen mit Frankreich und Ägypten um die Sondersitzung gebeten.

Von dpa/RND/zys