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Politik Israel fordert härtere Gangart gegen den Iran
Nachrichten Politik Israel fordert härtere Gangart gegen den Iran
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17:40 29.02.2012
Irans Präsident Ahmadinedschad inspiziert das Atomkraftwerk in Natanz, im Zentraliran. Foto: Präsidentenbüro Iran
Wien

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wolle US-Präsident Barack Obama während eines Treffens am kommenden Montag in Washington dazu auffordern.

Eine solche deutliche US-Drohung würde den Druck auf den Iran erhöhen, heißt es weiter. Die vage Andeutung, alle Optionen seien in der Iran-Frage auf dem Tisch, reiche nach israelischer Ansicht nicht aus. Ein Sprecher Netanjahus sagte dazu, man wolle "Medienspekulationen" nicht kommentieren. Nach Berichten israelischer Medien wollen die USA Israel von einem möglichen Militärschlag gegen den Iran abhalten. Die US-Geheimdienste glauben nach jüngsten Medienberichten nicht, dass der Iran derzeit an einer Atombombe arbeitet.

Im Falle eines israelischen Angriffs auf Ziele im Iran wird ein Vergeltungsschlag Teherans befürchtet. Der ehemalige Beauftragte des israelischen Verteidigungsministeriums für Raketenabwehr, Arieh Herzog, sagte der Zeitung "Jerusalem Post", ein Raketenhagel auf Israel könne aber durchaus abgefangen werden. Es gebe zwar keine hundertprozentige Verteidigung, das Raketenabwehrsystem Arrow (Pfeil) sei jedoch gegen Raketen mit längerer Reichweite einsatzbereit.

Israel hat zwei einsatzfähige Raketenabwehrsysteme des Typs "Pfeil" im Norden und im Süden des Landes. Ein drittes System soll in den kommenden Monaten fertig sein. Dem Bericht zufolge arbeitet Israel auch an der Entwicklung des "Pfeil"-Typs 3, dieser werde aber erst 2015 einsatzbereit sein.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an der Entwicklung von Nuklearwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das und lehnt die Forderung nach einem Stopp der Urananreicherung ab.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte eine E-Mail des US-Militärberatungsunternehmens Stratfor, in der über einen angeblichen Tauschhandel zwischen Israel und Russland berichtet wird: Israel soll Russland Zugangscodes für Drohnen gegeben haben, die es an Georgien verkauft hat. Im Gegenzug habe Russland Israel die Zugangscodes des iranischen Luftabwehrsystems Tor-M1 russischer Produktion gegeben. Im Falle eines Luftangriffs im Iran müssten die Israelis die iranische Flugabwehr überwinden.

Die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien bemühen sich weiter darum, Zugang zu einer verdächtigen Militäranlage im Iran zu erhalten. Grund seien bestimmte "Aktivitäten", wie IAEA-Chefinspekteur Herman Nackaerts in Wien laut Diplomaten sagte. Worum es konkret geht, habe Nackaerts in dem vertraulichen Treffen nicht mitgeteilt. Nach Einschätzung der Diplomaten wird der Iran verdächtigt, in der Militäranlage Parchin Spuren zu verwischen, bevor IAEA-Inspekteure Zugang erhalten. Es gebe aber keine Hinweise auf neue Atomprojekte. Laut Nackaerts überwacht die IAEA den Ort durch Satellitenaufnahmen und wurde so auf die neueste Entwicklung aufmerksam.

Der Iran will nicht alle offenen Fragen der IAEA beantworten. "Wir sind bereit, die Gespräche mit der IAEA fortzusetzen, und sie über unser Atomprogramm zu informieren, aber wir sind nicht verpflichtet, alle Fragen zu beantworten", sagte der Direktor der iranischen Atomenergiebehörde, Ferejdun Abbasi, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Auslöser des neuen Streits sind zwei erfolglose Reisen von Experten der Atomenergiebehörde in den Iran. Bei den Besuchen im Januar und Februar verweigerte die iranische Führung den Inspekteuren den Zugang zur Militärzone Parchin, wo möglicherweise Tests mit atomaren Sprengköpfen simuliert worden waren.

Die IAEA kam in ihrem jüngsten Iran-Bericht zu dem Schluss, dass das Land seine Urananreicherung deutlich vorangetrieben habe. Daraus wird geschlossen, dass der Iran auch der Fähigkeit zum Bau einer Atombombe näher rückt. Die UN, die USA und die EU haben Sanktionen gegen das islamische Land verhängt.

dpa

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