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Politik Istanbul: Angreifer hat mit mehr als 180 Kugeln geschossen
Nachrichten Politik Istanbul: Angreifer hat mit mehr als 180 Kugeln geschossen
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22:31 02.01.2017
Am Nachtclub in Istanbul trauerten Menschen um die Opfer des Terroranschlags. Quelle: imago
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Istanbul

„Wir gehen davon aus, dass zwei der Todesopfer aus Deutschland kamen, das heißt also hier ihren festen Wohnsitz hatten“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. Einer habe sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit. „Bei dem anderen gehen wir derzeit davon aus, dass er nur türkischer Staatsangehöriger ist.“ Beide hätten in Bayern gewohnt. Der Sprecher fügte an, dass drei deutsche Staatsangehörige bei dem Anschlag verletzt worden seien. „Sie sind in guter medizinischer Behandlung und außer Lebensgefahr.“

Die bayerische Polizei bestätigte zunächst nur den Tod eines Manns aus dem Kreis Landsberg. Die Angehörigen seien bereits informiert worden und auf dem Weg nach Istanbul, um den Toten zu identifizieren. Das sagte ein Sprecher der Polizei Oberbayern Nord dem Bayerischen Rundfunk (BR). Die Polizei sei vom türkischen Konsulat informiert worden. Insgesamt waren 39 Menschen bei dem Anschlag gestorben. Die Terrormiliz IS übernahm die Verantwortung für die Tat (mehr dazu lesen Sie hier).

Wie der Westdeutsche Rundfunk berichtete, wurde ein Mann aus Dortmund bei dem Anschlag schwer verletzt. Der 26-Jährige werde in einem Krankenhaus in Istanbul behandelt. Er habe mit zwei Freunden in Istanbul feiern wollen, berichtete der WDR. Er berief sich auf einen örtlichen Politiker, der mit den drei Freunden in Kontakt stehe.

Bericht: Angreifer schoss mehr als 180 Kugeln ab

Der Angreifer hat einem Zeitungsbericht zufolge mehr als 180 Kugeln auf die Feiernden geschossen. Der Mann habe sechs Magazine seiner automatischen Waffe geleert, berichtete die Zeitung „Hürriyet Daily News“ am Montag unter Berufung auf die Ermittlungen. Das Blatt zitiert einen Anti-Terror-Experten, wonach der Angreifer den Anschein erwecke, als sei er militärisch ausgebildet worden.

Augenzeugen hätten angegeben, der Angreifer habe auf dem Boden liegenden Menschen gezielt in den Kopf geschossen, berichtete das Blatt weiter. Der Täter habe sich anschließend umgezogen und seine Waffe gereinigt. Er habe dann inmitten der Panik den Club verlassen und sei mit einem Taxi vom Tatort weggefahren. Dem Taxifahrer habe er beim Aussteigen gesagt, er habe kein Geld, um ihn zu bezahlen.

Die Zeitung schrieb, der Angreifer sei bereits mit einem Taxi in das Ausgehviertel Ortaköy gekommen. Wegen des dichten Verkehrs in der Silvesternacht sei er in der Nähe des Clubs Reina ausgestiegen und die letzten Minuten zu Fuß gelaufen, bevor er sich um 01.20 Uhr am Sonntagmorgen den Weg in den Club freigeschossen habe.

Nachtclub-Attentäter weiter auf der Flucht

Unter den 39 Toten des Anschlags in der Silvesternacht sind zahlreiche Ausländer. Die meisten der getöteten Ausländer stammten aus arabischen Ländern, wie staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete – sie berief sich auf Quellen im Justizministerium. Unter den Toten seien alleine sieben Saudis gewesen, die nach Istanbul gereist waren, um Silvester zu feiern.

Je drei Tote stammten aus dem Libanon und dem Irak, je zwei aus Tunesien, Marokko, Jordanien und Indien. Jeweils ein Opfer sei aus Kuwait, Kanada, Israel, Syrien und Russland gewesen. Einer der 39 Toten sei bislang nicht identifiziert worden. Zwölf der identifizierten Toten seien Türken gewesen. Eines dieser zwölf türkischen Opfer habe zusätzlich die belgische Staatsbürgerschaft besessen.

Außerdem wurden mindestens 69 Menschen verletzt. Die türkische Polizei fahndet mit einem Großaufgebot nach dem Täter.

Als Zeichen der Solidarität mit der Partnerstadt wurde am Montagabend das Brandenburger Tor in den Farben der türkischen Flagge angestrahlt. Quelle: dpa

Von RND/wer/dpa

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