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Politik Japan und Südkorea uneins über Gipfeltreffen
Nachrichten Politik Japan und Südkorea uneins über Gipfeltreffen
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20:23 02.06.2018
Nordkorea schickte Botschafter Kim Yong Chol in die USA, um über das geplante Gipfeltreffen zu verhandeln. Mit Erfolg, das Treffen findet am 12. Juni statt. Quelle: imago/UPI Photo
Washington


US-Präsident Donald Trump hat sich nach einem tagelangen diplomatischen Verwirrspiel nun doch zu einem Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bereiterklärt. Bei den wichtigsten Verbündeten der USA in der Region löste das unterschiedliche Reaktionen aus. Südkorea zeigte sich am Sonnabend vorsichtig optimistisch. Japan warnte dagegen vor übereilten Zugeständnissen an die Nordkoreaner und riet zu Vorsicht.

Trump war am Freitag nach einem Gespräch mit dem nordkoreanischen Unterhändler Kim Yong Chol vor die Presse getreten und hatte erklärt, dass der Gipfel nun doch wie ursprünglich geplant am 12. Juni in Singapur stattfinden wird. Dabei soll es um die atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel gehen.

Unterschiedliche Reaktionen aus Japan und Südkorea

Südkoreas Regierung begrüßte die Entwicklung mit Bedacht. „Es scheint, als ob die Straße, die zu einem Gipfel zwischen Nordkorea und den USA führt, weiter geworden ist“, teilt das Büro von Präsident Moon Jae In mit. Seoul warte das Treffen Trumps mit Kim „gespannt, aber ruhig“ ab, erklärte ein Sprecher in der kurzen Mitteilung.

Japan appellierte dagegen an die USA, sich nicht von Kim über den Tisch ziehen zu lassen. Nordkorea dürfe nicht allein für die Tatsache belohnt werden, dass es sich zum Dialog bereit erklärt habe, sagte Verteidigungsminister Itsunori Onodera bei einem internationalen Sicherheitsforum in Singapur. Pjöngjang habe sich schon in der Vergangenheit zur atomaren Abrüstung verpflichtet, nur um sich dann nicht an Vereinbarungen zu halten und sein Atom- und Raketenprogramm voranzutreiben. Der einzige Weg zu einer vollständigen Denuklearisierung liege darin, den maximalen Druck auf Nordkorea aufrecht zu erhalten, fügte er hinzu.

Südkorea fordert Vertrauen gegenüber Nordkorea

Südkoreas Verteidigungsminister Song Young Moo warnte daraufhin vor zu großem Misstrauen gegen Kim Jong Un und dessen Absicht zur atomaren Abrüstung. „Wenn wir glauben, dass Nordkorea uns in Zukunft austricksen will, was es in der Vergangenheit getan hat, wie können wir dann mit ihnen verhandeln und Frieden schließen?“, sagte er laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap.

Nordkorea sagt Denuklearisierung zu

Kim Jong Un hatte am Freitag über die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA mitteilen lassen, er fühle sich der Denuklearisierung nach wie vor verpflichtet und hoffe, dass dieses Ziel in mehreren Schritten und im Interesse aller Seiten erreicht werden könne.

Der Streit darum ist kompliziert, denn die USA und Nordkorea verstehen unter Denuklearisierung unterschiedliche Dinge - was die Verhandlungen erschwert. So will Nordkorea nicht einseitig seine Atomwaffen aufgeben und erst danach Wirtschaftshilfe erhalten.

Unklar bleibt, wie die Abrüstung aussehen soll

Strittig ist auch, ob etwa außer atomaren Sprengköpfen auch Atomanlagen wie etwa zur Urananreicherung oder das zivile Atomprogramm beseitigt werden oder die USA ihre Streitkräfte aus Südkorea abziehen und ihre Fähigkeiten zu einem nuklearen Gegenschlag aufgeben sollen. Experten weisen darauf hin, dass eine vollständige atomare Abrüstung Nordkoreas etliche Zeit dauern wird.

Von RND/dpa

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