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Anzeige gegen Jörg Nobis nach Tweet

AfD-Politiker Anzeige gegen Jörg Nobis nach Tweet

Der schleswig-holsteinische AfD-Politiker Jörg Nobis erregt mit einem Tweet zur Großen Koalition die Gemüter im Netz. Darin spricht er sich für Neuwahlen aus und will den "Schulzzug in den Hochofen" fahren. SH-Landtagsvizepräsident Rasmus Andresen (Grüne) zeigt Nobis nach eigenen Angaben bei der Polizei an.

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AfD-Politiker Jörg Nobis empört mit diesem Tweet.

Quelle: Screenshot Twitter

Kiel. Der 42-Jährige sitzt seit 2017 für die Alternative für Deutschland im Landtag von Schleswig-Holstein. Über seinen Twitteraccount verbreitete er folgenden Tweet.


Reaktionen auf den Tweet folgten prompt:







Der Deutschen Presse-Agentur sagte Nobis: "Da habe ich weder an die Person Martin Schulz noch an andere Menschen gedacht." Aus seiner Sicht sei dadurch, dass SPD-Chef Schulz sein Versprechen gebrochen habe, nie in ein Kabinett Merkel zu gehen, der "Schulz-Zug" völlig entgleist. Damit habe er in dem "Zug" Schrott gesehen. Da er im Ruhrgebiet inmitten von Hochöfen aufgewachsen und dazu noch Ingenieur sei, denke er bei Hochöfen nur an Stahlschmelzen von Schrott, sagte Nobis. Da habe er gedacht: "Der Schulz-Zug geht dann jetzt in den Hochofen". Anderes werde da hineininterpretiert.

Landtagsvizepräsident Rasmus Andresen zeigt Nobis an

Er habe Nobis bei der Polizei wegen Volksverhetzung angezeigt, teilte Landtagsvizepräsident Rasmus Andresen (Grüne) über Facebook mit. "Solche Äußerungen müssen rechtlich und politisch mit allen Mitteln bekämpft werden und Konsequenzen haben." Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben zeigte sich zutiefst schockiert. "Solche Wortbilder sind nicht akzeptabel."

Der SPD-Abgeordnete Martin Habersaat schrieb: «Der AfD-Fraktionsvorsitzende Nobis will Martin Schulz "in den Hochofen" fahren». Solche Äußerungen seien kein Versehen und keine harmlose Provokation. "Sie sind Kern faschistischer Kultur." Weit jenseits der Grenzen des Anstands fasele Nobis davon, Menschen in den Ofen zu fahren, kritisierte Grünen-Landeschef Steffen Regis. "Unter anständigen Politiker*innen wäre hierfür ein Rücktritt fällig. Bei der AfD gehören solche menschenverachtenden Aussagen zum Kern ihrer Parteiidentität."

mit dpa

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Imke Schröder
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