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Politik Windkraft-Ausbau spaltet Schleswig-Holstein
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08:31 21.04.2016
Von Ulf Dahl
Windenergieanlagen in Schleswig-Holstein: Häuser und Winkraftanlagen rücken spürbar näher zusammen: Sönnebüll im Kreis Nordfriesland. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) verteidigte die rot-grün-blauen Ausbaupläne. Sein Herausforderer Ingbert Liebing (CDU) schlug vor, die Mindestabstände zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung zu vergrößern.

 Die Einstellung zur Windkraft hängt laut Umfrage auch von Lebensalter und Parteipräferenz ab. Demnach sinkt die Zustimmung für den Ausbau der Öko-Energie von 62 Prozent bei jüngeren Menschen (bis 29 Jahre) auf nur noch 40 Prozent bei Senioren (ab 60 Jahre). Anhänger von FDP und Grünen stehen neuen Windkraftanlagen positiver gegenüber als Wähler von SPD oder CDU. Die Anhänger der AfD sind mehrheitlich gegen den Ausbau der Windkraft.

 „Wir wollen weiterhin den Bau von Windanlagen auf rund zwei Prozent der Landesfläche konzentrieren“, sagte Albig. Die Vorranggebiete sollen im Sommer feststehen. „Wir nehmen aber die Sorgen sehr ernst, denn die Energiewende gelingt nur mit den Menschen, nicht gegen sie.“ Für Umweltminister Robert Habeck (Grüne) sind Windanlagen zwar „umstritten“, aber besser als Atom- oder Kohlekraftwerke.

 Liebing warf Albig vor, mit seiner Wind-Planung (zunächst sieben Prozent der Landesfläche) unnötige Konflikte geschürt zu haben: „Die Umfrage zeigt, dass es für die Akzeptanz Grenzen gibt.“ Die CDU wolle den Sorgen begegnen. Dazu sollten Windkraftanlagen mindestens 1200 Meter (bisher 800) von einem Dorf und mindestens 500 Meter (bisher 400) etwa von einem Bauernhof im Außenbereich entfernt sein.

 Der Landesvorsitzende des Bundesverbandes Windenergie, Reinhard Christiansen, zeigte sich überrascht vom Umfrageergebnis: „Die Akzeptanz der Windkraft ist sehr groß, wenn die Bürger mitgenommen werden.“ Die Sprecherin des Bündnisses Gegenwind, Susanne Kirchhof, fühlte sich hingegen bestätigt: „Die Trendwende in der Stimmungslage wundert mich nicht. In Schleswig-Holstein sind immer mehr Menschen von immer größeren Anlagen betroffen.“

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