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Politik "Mosel" wartet weiter auf Einsätze
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11:43 21.07.2018
Von Frank Behling
Tender "Mosel" aus Kiel ist Teil der EU-EInheiten der "Operation Sophia" im Mittelmeer. Seit Wochen liegt das Schiff auf Kreta. Quelle: Frank Behling
Kiel

Kreta statt Libyen: Seit fast zwei Wochen liegen die 106 Soldaten des Kieler Tenders „Mosel“ in einem Hafen der griechischen Mittelmeerinsel. Ihr Einsatz im Rahmen der EU-Operation Sophia zur Rettung von Flüchtlingen und der Unterbindung des Waffen- und Menschenschmuggels musste am 5. Juli ausgesetzt werden.

Grund war eine längere Hafenphase für wichtige Instandsetzungsarbeiten an dem 100 Meter langen Schiff, wie das Einsatzführungskommando in Potsdam auf Nachfrage erklärt. Für diese Arbeiten wurde Kreta ausgewählt, da dort die Infrastruktur besser ist.

Der außergewöhnlich lange Hafenbesuch habe nichts mit der aktuellen Diskussion über das weitere Vorgehen Italiens für die EU-Operation Sophia zu tun, hieß es aus dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr weiter. Wie berichtet, wird die EU-Operation auf Drängen Italiens überprüft und für bis zu fünf Wochen ausgesetzt.  

Zukunft wird in Rom entschieden

Am Montag soll der aus Kiel stammende Marine-Tender den griechischen Marinestützpunkt Souda Bay aber auf jeden Fall wieder verlassen, so die Sprecherin des Einsatzführungskommandos. Wie es danach für die „Mosel“ weitergehe, werde letztlich aber in Rom entschieden.

Der Befehlshaber dieser Operation ist Flottillenadmiral Alberto Maffeis. Der italienische Admiral führt mit seinem Flaggschiff „San Giusto“ die fünf Einheiten aus Deutschland, Spanien, Frankreich, Slowenien und Irland.  „Über den Einsatz der 'Mosel'  entscheidet der italienische Kommandeur des Verbandes“, so heißt es deshalb auch aus dem Einsatzführungskommando.

Eine Seenotrettung steht aber nach KN-Informationen längst nicht mehr ganz oben auf der Prioritätenliste. Die vorrangige Aufgabe des EU-Verbandes ist die Überwachung der libyschen Küste und die Suche nach Waffen und Drogen. Außerdem ist die Ausbildung der libyschen Küstenwache eine wichtige Aufgabe für den EU-Verband geworden. Italien liefert seit dem Frühjahr Ausrüstung und Patrouillenboote an die Küstenwache in Libyen.

Schiffe wurden am Einlaufen gehindert

Zuletzt hatte die italienische Regierung sogar Marineschiffe am Einlaufen gehindert, wie die irische Korvette „Samuel Beckett“. Auch das Transportschiff „Trenton“ der US-Marine konnte gerettete Flüchtlinge erst nach diplomatischem Druck an Italien abgeben.

Die deutsche Marine hatte bereits Anfang Juli reagiert und den Tender „Mosel“ am 5. Juli in den Hafen Souda Bay auf Kreta beordert. Dort erfolgten wichtige Wartungsarbeiten. Außerdem gab es ein Treffen mit dem Schwesterschiff „Rhein“, das im Rahmen einer Nato-Mission als Flaggschiff in der Region unterwegs ist.  

Seit dem 7. Mai 2015 retteten deutsche Marinesoldaten 22 534 Menschen aus Seenot. Insgesamt wurden durch Militär-Einheiten der Operation Sophia inzwischen fast 50 000 Menschen aus Seenot gerettet und ins sichere Italien gebracht.

Die „Mosel“ hatte am 18. April Kiel in Richtung Mittelmeer verlassen. Unter dem Kommando von Fregattenkapitän Jens Röder (45) sind die 106 Soldaten als deutscher Beitrag für die Operation "Sophia" seit Anfang Mai aktiv. Aufträge zur Rettung hat das Schiff aber seitdem noch nicht bekommen. Der Einsatz der "Mosel" soll bis Ende September dauern.

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