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Politik Köthen malt die Stadt bunt an
Nachrichten Politik Köthen malt die Stadt bunt an
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17:07 15.09.2018
Köthen in Trauer. Aber auch mit Gegenwehr gegen rechten Hass. Quelle: dpa
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Köthen

Farbenfroh gegen Rechts: Die Stadt Köthen in Sachsen-Anhalt hat am Samstag ein buntes und sichtbares Zeichen für den Frieden gesetzt. Mit einer Malaktion auf dem Köthener Marktplatz vor der Jakobskirche reagierten Stadtverwaltung, die Evangelische Landeskirche Anhalts, Vereine und Initiativen auf die für Sonntag angemeldete rechtsextreme Demonstration, wie Stadt und Landeskirche mitteilten.

Der Köthener Marktplatz und Teile der Strecke des Aufzugs am Sonntag wurden gänzlich bunt gestaltet. Direkt vor dem Eingang der Kirche wurde eine große brennende Kerze aufgemalt, umrahmt von einer Blume und einer Friedenstaube sowie einer Frieden stiftenden Inschrift. Die angrenzende Fußgängerzone wurde von ausländischen Studenten der Hochschule Anhalt bunt gestaltet. Sie wollten damit ihren Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben zum Ausdruck bringen. Für 17 Uhr stand am Samstag ein Friedensgebet in der Jakobskirche an, auch am Sonntag um 14 Uhr öffnet das Gotteshaus die Türen für ein Friedensgebet. An der Kirche wurde ein Banner mit der Aufschrift „Frieden für alle“ aufgehängt.

Große Demo am Sonntag in Köthen

Für Sonntag mobilisiert der rechtsgerichtete, brandenburgische Verein „Zukunft Heimat“, unterstützt unter anderem von „Pegida“, der rechtsextremen Plattform „Ein Prozent“ sowie AfD-Politikern. Zur Gegendemonstration unter dem Motto „Klar und deutlich: Der extremen Rechten entgegentreten! Für eine offene und plurale Gesellschaft.“ rufen mehrere Bündnisse gegen Rechts auf, darunter das Bündnis für Zivilcourage - Halle gegen Rechts, das Bündnis Dessau Nazifrei und „Leipzig nimmt Platz“, unterstützt von Grünen und Linken.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) rief am Samstag in der „Mitteldeutschen Zeitung“ die Köthener dazu auf, als Protest gegen den erneuten rechten Aufmarsch am Sonntag zu Hause zu bleiben. Die Bürger sollten einfach in ihren Wohnungen bleiben und die Rollläden zumachen, sagte der Innenminister: „Nicht, weil wir die Sicherheit nicht gewährleisten können, sondern um ein Zeichen zu setzen, dass man die nicht sehen will.“

Vor einer Woche war ein 22-Jähriger nach einer Auseinandersetzung in Köthen gestorben. Er soll versucht haben, sich schlichtend in einen Streit mit mehreren Afghanen einzumischen. Zwei Afghanen sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen laufen. Laut Obduktion starb der Mann, der eine Herzerkrankung hatte, an einem Herzinfarkt.

Von RND/epd

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