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Politik Robert Habeck attackiert die FDP
Nachrichten Politik Robert Habeck attackiert die FDP
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08:00 13.03.2018
Von Christian Hiersemenzel
Robert Habeck, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, stichelt auf einem Parteitag in Niedersachsen gegen die Bundes-FDP. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Kiel

Dass deren Bundeschef Christian Lindner im vergangenen Jahr die Jamaika-Koalitionsverhandlungen abgebrochen hatte, sei „asozial“ gewesen. Die Liberalen stellten damit „Eigennutz vor Gemeinnutz“ und „die eigene Milieudenke vor Gesellschaftsdenke“, so Habeck am Wochenende.

Zu Hause in Schleswig-Holstein machte sich schnell Empörung breit. Wolfgang Kubicki, Bundesvize der FDP aus Strande, stichelte zurück. „Nachdem die Ministerträume der Grünen in Berlin geplatzt sind, werden die öffentlichen Aussagen immer skurriler“, schrieb er und bezeichnete Habeck als „Furchenphilosoph“.

Die montägliche Gesprächsrunde mit den Jamaika-Partnern wurde auf Dienstag, 8.15 Uhr, verschoben. Gleich danach trifft das Kabinett zusammen. „Wenn Habeck diesen Ton fortsetzt, wird es hier die nächsten Monate sehr schwierig werden“, drohte FDP-Fraktionschef Christopher Vogt. Gleich nach einem internen Krisengespräch, das die Fraktionsspitze und die beiden liberalen Minister Montagnachmittag mit düsterer Miene verließen, griff Landeschef Heiner Garg zum Telefon, um mit Habeck ein ernstes Wort zu wechseln. „Ich stelle mir vor, dass auch mit mir am Sonnabend auf unserem Landesparteitag in Rendsburg die Pferde so durchgegangen wären. Natürlich fühlen sich unsere Mitglieder beschimpft.“

Habeck äußerte sich auf Anfrage beschwichtigend. Die Situation in Schleswig-Holstein sei eine ganz andere, weil sich die FDP hier zur Verantwortung bekannt „und auch in Konflikten Lösungen gesucht“ habe. Dass er sich über die FDP im Bund geärgert habe, sei kein Geheimnis. „Die Enttäuschung hat sich in freier Rede und zugegebenermaßen einem drastischen Wort wohl Bahn gebrochen.“

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