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Politik Strengere Lärm-Regeln für Windkraft
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09:00 02.02.2018
Von Ulrich Metschies
Durch die neue Regelung können laut Umweltministerium "in einigen Fällen" Abschaltungen oder Drosselungen nötig werden. Quelle: fpr: Frank Peter
Kiel

Damit, so das Energiewendeministerium, werde die Schallprognose zum Schutz vor Lärm von Windkraftanlagen verbessert. „Wir wenden ein neues Verfahren für die Schallprognose an“, berichtete Umwelt- und Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne). Dieses Verfahren trage „den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung, sorgt dafür, dass die zulässigen Immissionswerte sicher eingehalten werden und verbessert damit den Lärmschutz im Land“. Dies, so der Minister, sei „auch für die Akzeptanz der Windenergie ein wichtiges Signal“.

Mit der Einführung des neuen Verfahrens folgt Schleswig-Holstein einer Empfehlung der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI). Der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Beurteilungsverfahren besteht vor allem darin, dass die sogenannte Bodendämpfung jetzt nicht mehr einberechnet und das Berechnungsverfahren auf eine frequenzabhängige Berechnung umgestellt wird.

Und die Folgen für die mehr als 3300 Windräder im Land? Diese, so das Ministerium, ließen sich pauschal nicht beurteilen. Stattdessen müsse im Einzelfall geprüft werden, ob und welche Windkraftanlagen im Umfeld bereits stehen oder wie viele geplant sind. Genauso spiele es eine Rolle, welche anderen Lärmquellen im Umfeld vorhanden seien. In jedem Fall müsse sichergestellt werden, dass die Vorgaben des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) eingehalten werden.

Doch so viel sagt das Ministerium schon jetzt: Die neue Regelung werde sich „in einigen Fällen“ auf den Nachtbetrieb von Anlagen auswirken – sprich: Windmühlen müssen gedrosselt oder abgeschaltet werden, wenn sie nach dem neuen Verfahren die zulässigen Grenzwerte überschreiten. Der Tagbetrieb hingegen, so das Ministerium, bleibe von dem neuen Prognoseverfahren unberührt, da hierfür höhere Immissionsrichtwerte gelten.

Um die Auswirkungen auf bereits bestehende Windkraftanlagen abschätzen zu können, will das Ministerium ein Überwachungskonzept erarbeiteten. Wann das steht, ist jedoch offen.

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