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Politik Marion Maréchal ist die Ikone der französischen Rechten
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16:25 08.06.2018
Die 28-Jährige , die von 2012 bis 2017 als jüngste Abgeordnete in der Nationalversammlung saß, legt den zweiten Teil ihres Nachnamens, Le Pen, ab. Quelle: dpa
Paris

Es ist eine hochpolitische Namensänderung. Ein Schlusspunkt hinter einer Familiengeschichte, die den Weg von Marion Maréchal seit jeher begleitet, sie früh zu einem Star der französischen Rechtsnationalen gemacht, aber auch stets den Blick der anderen auf sie gefärbt hat: Der Le Pen-Dynastie anzugehören, bringt eine Vorbelastung mit sich, das erlebten auch schon ihre Mutter Yann Le Pen und ihre Tanten, Marie-Caroline und Marine.

Nun legte die 28-Jährige, die von 2012 bis 2017 als jüngste Abgeordnete in der Nationalversammlung saß, den zweiten Teil ihres Nachnamens, Le Pen, ab. Offensichtlich versucht sie dadurch einen Neuanfang. So sagte Maréchal, die um höhnische Bemerkungen nie verlegen war, ihre Tante Marine Le Pen könne im Bemühen um einen Imagewandel den Front National zwar umbenennen – dieser wurde gerade zum „Rassemblement National“, also „Nationale Sammlungsbewegung“. Doch ein Problem bleibe: „Sie wird immer Le Pen heißen.“

In Lyon soll ein akademisches Gegensystem entstehen

Sie selbst aber nicht mehr. Dabei bemühte sich Maréchal, die Entscheidung nicht als Bruch mit ihrem Großvater, Jean-Marie Le Pen, aussehen zu lassen: Es handele sich um „keine Verleugnung, ich war immer stolz auf meinen Namen“. Dabei herrscht Eiszeit zwischen dem Familien-Patriarchen und seiner einstigen Lieblingsenkelin.

Lange galt Maréchal ihm und seiner ultrarechten Ideologie stets stärker verbunden als seine Tochter, Parteichefin Marine Le Pen: Mit noch schärferen Worten als sie verurteilt die 28-Jährige Einwanderung, stellte sich klar gegen die Einführung der Homo-Ehe und tritt für einen kompromisslos autoritären Staat ein. Die Geburt ihrer Tochter Olympe vor vier Jahren nannte sie die „Erfüllung meiner patriotischen Pflicht“. Von deren Vater ist sie inzwischen geschieden, laut Medienberichten aber nun mit einem Funktionär der rechtspopulistischen italienischen Lega Nord liiert.

Gerade gründete Maréchal ein politisches Ausbildungsinstitut in Lyon, das nach ihren Worten eine Alternative zum französischen Elitensystem und politisch unabhängig sein soll. Tatsächlich kommen aber viele Mitarbeiter wie sie aus der rechtsnationalen Ecke.

Steve Bannon schwärmte von der ultrarechten Maréchal

In ihrer Partei hat die junge Frau weiterhin einen regelrechten Fanclub. Ihre scharfen Parolen werden durch ihr attraktives Aussehen und selbstbewusst-modernes Auftreten vermeintlich abgeschwächt. Bei einer Rede beim Parteitag der US-Konservativen im Februar bejubelten diese die Französin, die sich anders als ihre Tante nicht weigert, Englisch zu sprechen.

Sogar der umstrittene Ex-Berater von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, schwärmte beim Parteitag des Front National im März, Marion Maréchal sei „nicht einfach nur ein aufsteigender Stern der Rechten in Frankreich. Sie ist eine der eindrucksvollsten Personen auf der Welt“. Das Lob für Gastgeberin Marine Le Pen fiel weit weniger enthusiastisch aus.

So sehr Tante und Nichte den Eindruck ihrer Rivalität zu zerstreuen versuchen – diese erscheint ebenso offensichtlich wie Maréchals Ehrgeiz. Ihr momentaner Ausstieg aus der Politik nach den Präsidentschaftswahlen wurde auch als Affront gegen ihre Tante interpretiert. Laut ihrem Vater Samuel Maréchal, ebenfalls einem Parteifunktionär, inspiriere sie Emmanuel Macrons rascher Aufstieg: „Es gibt die Hoffnung auf einen Leader, der die französische Rechte repräsentiert.“ Könnte Marion Maréchal diese Rolle einnehmen? In Umfragen beflügelt sie zumindest bereits ihre Tante Marine Le Pen.

Von Birgit Holzer/RND

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