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Politik Mascolo: "Spiegel"-Affäre war Wendepunkt in Geschichte der BRD
Nachrichten Politik Mascolo: "Spiegel"-Affäre war Wendepunkt in Geschichte der BRD
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12:55 22.09.2012
Mascolo scheute auch vor Kritik am eigenen Blatt nicht zurück. Quelle: A. Warmuth

"Es ging um die junge Pflanze der Demokratie, die 17 Jahre nach Kriegsende noch ziemlich schwache Wurzeln hatte", fügte er hinzu.

Nach einem kritischen "Spiegel"-Artikel über die Bundeswehr ("Bedingt abwehrbereit") war im Oktober 1962 die Hamburger Redaktion des Magazins durchsucht worden. Chefredakteur Rudolf Augstein kam für rund 100 Tage in Untersuchungshaft. Die Affäre brachte letztlich die Bundesregierung in Bedrängnis: Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß (CSU) verlor schließlich seinen Posten.

Nach eigener Darstellung arbeitet das Magazin aktuell weiter an der Aufarbeitung des Politik-Skandals und auch seiner eigenen Vergangenheit. "Wir werden uns auch unangenehmen Tatsachen stellen", kündigte Mascolo an. Er verwies darauf, dass vor der Affäre auch in der Redaktion "alte Nazis beschäftigt waren, unter ihnen sogar einige hochrangige SS-Offiziere". Da sei der "Spiegel" nicht besser gewesen als der Rest der Republik. "Aus heutiger Sicht war es gewiss ein Fehler, und das ist leicht einzuräumen, sich Leuten mit brauner Vergangenheit zu bedienen."

Auf der thematisch umfangreichen Tagung wollten die früheren Bundesminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) und Horst Ehmke (SPD) am Samstag schildern, wie sie jene Zäsur in der deutschen Geschichte erlebten. Zum Abschluss der Konferenz am Sonntag wird eines Rede des damaligen Hamburger Innensenators Helmut Schmidt (SPD) erwartet.

dpa

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