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Mascolo: "Spiegel"-Affäre war Wendepunkt in Geschichte der BRD

Medien Mascolo: "Spiegel"-Affäre war Wendepunkt in Geschichte der BRD

50 Jahre nach der "Spiegel"-Affäre erinnert das Magazin mit einer hochkarätig besetzten Konferenz an den Fall. Dass damals versucht worden sei, den "Spiegel" mundtot zu machen, sei ein Wendepunkt in der Geschichte der Bundesrepublik gewesen, erklärte Chefredakteur Georg Mascolo am Samstag in Hamburg zum Auftakt.

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Mascolo scheute auch vor Kritik am eigenen Blatt nicht zurück.

Quelle: A. Warmuth

Hamburg. "Es ging um die junge Pflanze der Demokratie, die 17 Jahre nach Kriegsende noch ziemlich schwache Wurzeln hatte", fügte er hinzu.

Nach einem kritischen "Spiegel"-Artikel über die Bundeswehr ("Bedingt abwehrbereit") war im Oktober 1962 die Hamburger Redaktion des Magazins durchsucht worden. Chefredakteur Rudolf Augstein kam für rund 100 Tage in Untersuchungshaft. Die Affäre brachte letztlich die Bundesregierung in Bedrängnis: Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß (CSU) verlor schließlich seinen Posten.

Nach eigener Darstellung arbeitet das Magazin aktuell weiter an der Aufarbeitung des Politik-Skandals und auch seiner eigenen Vergangenheit. "Wir werden uns auch unangenehmen Tatsachen stellen", kündigte Mascolo an. Er verwies darauf, dass vor der Affäre auch in der Redaktion "alte Nazis beschäftigt waren, unter ihnen sogar einige hochrangige SS-Offiziere". Da sei der "Spiegel" nicht besser gewesen als der Rest der Republik. "Aus heutiger Sicht war es gewiss ein Fehler, und das ist leicht einzuräumen, sich Leuten mit brauner Vergangenheit zu bedienen."

Auf der thematisch umfangreichen Tagung wollten die früheren Bundesminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) und Horst Ehmke (SPD) am Samstag schildern, wie sie jene Zäsur in der deutschen Geschichte erlebten. Zum Abschluss der Konferenz am Sonntag wird eines Rede des damaligen Hamburger Innensenators Helmut Schmidt (SPD) erwartet.

dpa

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